Genug Nahrung für alle – keine Utopie!

veröffentlicht am 01.03.2016

In einem spannenden und interessanten Vortrag, zu dem im Rahmen des SAATBAU Dialogs die SAATBAU LINZ ins Ars Electronica Center eingeladen hatte, erläuterte Dr. Hans JÖHR diese These. Dr. Hans JÖHR ist bei Nestlé zuständig für den Bereich Landwirtschaft.

 

GF Karl fischer, Dr. Hans Jöhr, GF Josef FraundorferÜber 9 Mrd. Menschen zu ernähren, wie für 2050 prognostiziert wird, kann als Bedrohung oder als Chance gesehen werden. Entscheidend dafür sind die Fortschritte in der Pflanzenzüchtung, im Erhalten der Bodenfruchtbarkeit und in der Effizienz der Wassernutzung. Wichtige Parameter dazu sind die technische Unterstützung, die Entwicklung der Energiepreise und die politischen Interventionen.

 

Besondere Herausforderungen sieht der Referent im geänderten Konsumverhalten, z.B. in China, wo sich die steigende Urbanisierung und der damit steigende Milchkonsum nicht nur auf den Milchpreis sondern auch auf den globalen Handel mit Heu und Soja sowie Mais auswirkt.

 

Um alle Menschen ernähren zu können, muss der Abfallvermeidung bei der Nahrungsmittelerzeugung besonderes Augenmerk geschenkt werden. In den USA und in Großbritannien fällt beispielsweise ca. die Hälfte der Nahrungsmittelabfälle in den Haushalten an, während in den Entwicklungsländern bis zu 40 % der Abfälle bei den Erzeugern und weitere 40 % beim Transport entstehen. Hier muss in allen Bereichen angesetzt werden, um Abfälle zu vermeiden.

 

Sowohl bei Böden, Wasser und Energie müssen die Ressourcen effizienter genutzt werden, indem Verschwendung, Verschmutzung und Zerstörung minimiert werden und eine nachhaltige landwirtschaftliche Praxis gefördert wird. Da immer mehr Nahrungsmittel von der gleichen Anbaufläche produziert werden müssen, ist eine nachhaltige Intensivierung der Landwirtschaft das Gebot der Stunde.

 

Auch den Konsumenten sind Nachhaltigkeit, Transparenz und Sicherheit der Nahrungsmittel wichtig. An Hand von Beispielen bei Milch, Kaffee, Kakao zeigte Dr. Hans JÖHR wie Nestlé auf diese Herausforderungen mit speziellen Programmen unter dem Begriff Farmer Connect zur Rückverfolgbarkeit und zur Sicherstellung der Qualität reagiert. Wichtig ist dem Konzern auch die Aus- und Weiterbildung der Landwirte, von denen die Rohstoffe bezogen werden.

 

Die Geschäftsführer der SAATBAU LINZ, Karl FISCHER und Josef FRAUNDORFER freuten sich mit dem Referenten über den großen Erfolg dieser Veranstaltung.

 

Zum SAATBAU Dialog werden regelmäßig Vertreter aus Landwirtschaft, der Ernährungswirtschaft, Schulen, sowie Politik und Presse, geladen. Dem Unternehmen SAATBAU LINZ ist es ein Anliegen, wirtschaftlich und gesellschaftspolitische Themen aufzugreifen, Hintergründe, Zusammenhänge, und Fakten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sowie einem sachlichen und wertschätzenden Dialog Raum zu geben.