Jetzt gezielt nach dem 1. Schnitt mit der Bekämpfung der Engerlinge starten

veröffentlicht am 02.05.2019

Mit den wärmeren Temperaturen kommen die Engerlinge der Mai- und Junikäfer in die oberen Bodenschichten. Der Maikäfer-Engerling wird 2019 sein Hauptfraßjahr haben - eine Bekämpfung lohnt sich jetzt besonders!

Waren schon im Vorjahr Maikäferengerlinge aufgetreten und unterblieb die Bekämpfung im Herbst, ist besonders bei Trockenheit mit großen Schäden zu rechnen.

DI Peter Frühwirth von der LK Oberösterreich empfiehlt die mechanische Bekämpfung, wo dies möglich ist. Sie ist sicher und sehr wirksam und kostet vergleichsweise weniger. Ein weiterer Vorteil dabei ist, dass damit auch ein neuer Grünlandbestand angelegt wird, der bei entsprechender Folgebewirtschaftung über mehrere Flugzyklen hinweg eine neuerliche starke Eiablage erschwert.

>Engerlinge im Grünland – wie können wir damit leben?

Bewährt haben sich besonders:
• Kreiselgrubber
• Kreiselegge

Es muss zweimal, im Abstand von 1-5 Tagen möglichst bis max. 10 cm Tiefe bearbeitet werden. Optimalerweise bei direkter Sonneneinstrahlung! Daran schließt die Saat von Deckfrucht (max. 70 kg/ha Hafer oder Sommerroggen) und Grünlandmischung an.

Den Maikäfer-Engerling frühestens ab Ende Mai bekämpfen! Vorher hat es keinen Sinn.

2018 wurde erstmals auch die Rotoregge großflächig eingesetzt. Das Bekämpfungsbild erweist sich als sehr gut.

Wichtige Anmerkung zur Kreiselegge: Die Zinken müssen unbedingt auf Griff, das heißt vorgreifend, arbeiten – nicht nachlaufend.

Dazu sind Geräte mit entsprechenden Zinken und Verstellmöglichkeiten notwendig. Gerade Zinken oder nachlaufend arbeitende Zinken haben eine deutlich geringere Wirkung und bringen die Gefahr von Verdichtung und Verschmierung am Bearbeitungshorizont.

Der Zinkenrotor arbeitet auch gut und ergibt eine gute Tragfähigkeit in der Zeit nach der Bekämpfung, bildet aber leicht einen Schmierhorizont.

Die Fräse mischt mehr als sie bekämpft und stößt in Böden mit Steinen und in Hanglagen rasch an Grenzen. Die Gefahr von Verdichtungen und Verschmierungen ist hoch.

Mechanische Bekämpfung:

Schwellenwert: 40 Engerlinge/m²
• mechanische Bearbeitung bis 8 – 10 cm Tiefe
• Immer zweimal im Abstand von 1 bis 3 Tagen
- Abtötung durch Schlag- und Quetschwirkung!
- Abtötung durch UV-Strahlen!
 
WICHTIG: immer bei möglichst intensiver Sonneneinstrahlung!
• auch die angrenzenden, noch grünen, Wiesenflächen einbeziehen.
• bei angepasster Folgebewirtschaftung ergibt sich ein guter, lange anhaltender Erfolg
GENERELL: vorher möglichst tief abmähen!
 

Pilzgerste heißt: strategische Einsatzplanung

• Der Boden wird „beimpft“ mit einem Pilz, der Käfer und Engerling befällt und abtötet.
• „Melocont-Pilzgerste“
• Abgepackt in 3 kg – Säcken; Lagerung unter 8 °C; vor Licht schützen!
• Kosten: 1 Packung (3 kg): € 21,09 zzgl. 20 % MwSt.;
-30 kg/ha: € 253,00 inkl. MwSt.
-Palettenware; Großmenge; ab Werk Völs, Tirol
-Produktion auf Bestellung!
• Einschlitzen in den Boden mit adaptiertem Vredo-Schlitzgerät
• Gesamtkosten: € 500,00/ha und Jahr
-Empfehlung: 2 mal à € 1.000 pro ha bei Erstanwendung
 
Pilzgerste soll dort eingesetzt werden, wo aufgrund der Hangneigung eine mechanische Bekämpfung zu vermehrter Erosion führen würde.

Neuansaat nur bei weniger als 50 Engerlinge /m²!

Unsere Empfehlung zur Neuansaat und Nachsaat:   >GRÜNLANDPROFI EB
Saatmenge: 28-30 kg/ha.

Die Grünlandmischung unbedingt oberflächlich ablegen und anschließend mit Profilwalze anwalzen.