Winterroggen gesund erhalten

veröffentlicht am 02.05.2019

Während in der Bestandesführung von Roggen die Düngung und die Behandlung mit Wachstumsregler weitgehend abgeschlossen sind, müssen die Krankheiten noch beobachtet und gegebenenfalls bekämpft werden.

Aufgrund der Verteilung der Roggenflächen Österreichs vorwiegend auf das Mühl- und Waldviertel bzw. auf den Osten Österreichs ist der Roggen bis jetzt von der Trockenheit sehr stark betroffen. Gerade weil er zumeist auch auf den schwächeren Böden der Betriebe steht.

Von zu starken und überwachsen bis zu schwachen Beständen durch verzögerten Auflauf und Trockenheit war zu Vegetationsbeginn sowohl bei Hybrid- als auch Normalroggen alles vorhanden. Aufgrund der Trockenheit sind derzeit eher dünnere Bestände, die stärker reduziert haben, anzutreffen.

Da in den letzten Jahren der Trend zu Hybridroggen wie z.B. >KWS ETERNO, >SU FORSETTI verstärkt hat, die höhere Einzelährenerträge bringen, sind noch immer hohe Erträge möglich, sofern ausreichende Niederschläge für die Kornfüllung zur Verfügung stehen.

Düngung:

Die Schossergabe wurde im Roggen je nach Bestandesdichte in dünneren Beständen schon früher im EC 30 – 31 gegeben, in dichteren Beständen und auf besseren Böden eher erst in EC 32 mit einer Höhe von ca. 60 – 80 kg N/ha.

Die Düngung sollte beim Roggen damit soweit abgeschlossen sein. Eine Spätstickstoffgabe ist nicht nötig und könnte sich auf die Qualität unter Umständen sogar negativ auswirken.

Wachstumsregler sollten ebenfalls abgeschlossen sein und damit liegt das Augenmerk vor allem darauf, die Krankheiten hintanzuhalten.

Krankheitsbekämpfung:

Die wesentlichsten Risikofaktoren sind Braunrost, Rhynchosporium und Mutterkorn. Derzeit ist unter diesen trockenen Bedingungen der Krankheitsdruck eher niedrig, kann aber mit einsetzenden Niederschlägen deutlich ansteigen. Sie können je nach der darauf folgenden Witterung mit entsprechenden Fungiziden mit guter Rostwirkung reagieren.

Hier gilt es, die jeweiligen Empfehlungen und Warndienste der Landwirtschaftskammern zu verfolgen.

Anders gestaltet es sich beim Mutterkorn. Mutterkorn ist die Überdauerungsform eines Pilzes (Claviceps purpurea) der Gräser und Getreide befällt und je nach Jahr mehr oder weniger stark auftritt und durch die toxischen Inhaltsstoffe zu Schwierigkeiten in der Vermarktung der Ernteware führt.

Die Sporen des Mutterkornpilzes infizieren Gräser vor allem aber den Fremdbefruchter Roggen sowie Triticale. Zu stark eingekürzte Bestände, ungleich abblühende Bestände und verregnete Blühwitterung führen zu erhöhtem Mutterkornbesatz.

Hier gilt, das alles, was eine gleichmäßige, schnelle Blüte fördert und später schossende bzw. später blühende Pflanzen vermeidet, den Mutterkornbesatz reduziert. Vorsicht ist vor allem bei hohen Roggenanteilen in der Region bzw. bei Roggen auf Roggen geboten.

Ebenfalls problematisch sind Pflanzenschutzmaßnahmen ohne oder mit zu schmalen Fahrgassen da niedergefahrene Pflanzen später blühen und sehr oft deutlich stärker mit Mutterkorn befallen werden.

Zusätzlich reduziert das Abhäckslen von Feldrändern die Infektionsquellen für Mutterkorn.

Wichtig:

Bitte wie immer bei den Düngungsempfehlungen die Richtlinien der sachgerechten Düngung und bei den Pflanzenschutzanwendungen die Registrierungsauflagen zu beachten.

Hinweis:

Der neue Hybridroggen KWS TAYO wurde mit besten Ertragsleistungen registriert – erste Saatgutmengen stehen ab Herbst 2019 zur Verfügung.

 

Viel Erfolg bei der weiteren Bestandesführung ihrer Roggenbestände und für Fragen stehen ihnen unsere >Berater im Außendienst und ich gerne zur Verfügung!

 

Beratung Pflanzenbau

Albert MÜLLNER

Tel. +43 664 142 60 05

albert.muellner@saatbau.com