Tipps für Anbau und Pflege von Futterzwischenfrüchten

veröffentlicht am 03.07.2020

Damit der Anbau einer Futterzwischenfrucht gelingt, hier einige Tipps zu Anbau und Kulturführung:

• Eine Zwischenfrucht steht vorteilhaft nach möglichst früh räumenden Kulturen, wie etwa Wintergerste. Es gilt die Regel: Ein Tag im Juli ist so viel wert wie der ganze Oktober.

• Auch Winterweizen oder Winterdinkel sind als Vorfrüchte möglich, allerdings besteht hier die Herausforderung, das Stroh rasch vom Acker zu bringen.

• Der Anbau einer Zwischenfrucht sollte direkt nach der Ernte erfolgen, um die Bodenfeuchtigkeit zu nutzen und Ausfallgetreide oder Unkräuter zu unterdrücken.

• Ist der Anbau direkt nach der Ernte nicht möglich, dann sollte zunächst eine Bodenbearbeitung erfolgen. Erst nach zehn bis 14 Tagen, wenn Ausfallgetreide und Unkräuter auflaufen, erfolgt ein weiterer Arbeitsgang mit kombiniertem Anbau der Zwischenfrucht.

• Reduzierte Bodenbearbeitung im Sommer spart Wasser. Dabei ist darauf zu achten, dass die zurück gebliebene organische Substanz  mit der Scheibenegge oder dem Grubber nur leicht eingemischt wird. Ratsam kann es sein, die Getreidestoppel zu mulchen oder einzukürzen, um einer späteren Verschmutzung des Futters vorzubeugen. Auf eine Pflugfurche sollte verzichtet werden.

• Der Anbau sollte sehr seicht, 1 bis max. 2 cm tief, erfolgen.

• Als Deckfrucht kann Hafer beigemischt werden. Mit seinem schnellen Wachstum unterdrückt der Hafer das Auflaufen von Beikräutern und Ausfallgetreide. Zudem bildet er zusätzlich sehr viel Masse aus. Falls man auf den Hafer verzichtet, sollte man den Bestand gut unter Beobachtung halten, da eventuell ein Reinigungsschnitt nötig werden kann.

• Gerade in trockeneren Jahren ist das Anwalzen der Saat unbedingt notwendig. Das Anwalzen  sorgt für guten Bodenschluss des Saatguts und fördert den kapillaren Wasseraufstieg. Auch Bodenunebenheiten und Futterverschmutzung werden minimiert. Beim Walzen ist eine langsame Fahrgeschwindigkeit, nur 4 bis
max. 6 km/h zu wählen, um die Wirkung der Walze zu optimieren.

• Entscheidend für das Gelingen einer Zwischenfrucht ist das „Wasser von oben“. Bei der Wahl des Anbautermins sollte man deshalb auch den Wetterbericht berücksichtigen. Dies gilt vor allem unter komplett trockenen Verhältnissen.

• Bei der Nutzung der Zwischenfrucht ist darauf zu achten, dass für eine Beweidung nur hofnahe Flächen in Betracht kommen. Sehr wasserreiche Zwischenfrüchte sollte man eher zur Grünfütterung verwenden. Eine Silierung ist nur anzuraten, wenn ein ausreichendes Anwelken möglich ist.

 

Michael TRAXL

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