Wetter top, Erträge genial – doch sind wir schon über den Berg?

veröffentlicht am 03.08.2020

Nachdem es im ersten Quartal 2020 wieder nach einem sehr schwierigen Jahr für die Grünlandbestände aussah, hat das Wetter im 2. Quartal sich von seiner besten Seite gezeigt – zumindest für das Grünland.

 

Ein täglicher Wechsel von Sonne und Regen (in manchen Regionen sogar mehrmals täglich) hat nun zufolge, dass sich die Wiesen prächtig entwickelt haben. Viele Betriebe haben ihre Futterreserven wieder auffüllen können und blicken wieder entspannter in die Zukunft. Doch die Gefahr der Futterverluste durch Trockenheit und Engerling ist auch für die nächsten Jahre noch nicht gebannt!

 

Trockenheit und Engerling – unser größter Feind

 

Die letzten Jahre haben gezeigt, dass unser Grünland zwar viel ausgleichen kann, aber die letzten Kraftreserven mancher Wiesen aufgebraucht wurden und daher nicht mehr ergrünten. Die Hauptschuld trägt hier der fehlende Niederschlag. Zusätzlich ist der Druck von Schädlingen (v.a. Engerlinge) rasant gestiegen. 2020 ist glücklicherweise ein Erholungsjahr für Grünflächen oder auch für die ganze Umwelt. Doch die Gefahr der Engerlinge ist weiterhin aufrecht! Die Larven der Mai- und Junikäfer sind auch weiterhin im Boden, nur durch die günstigen, klimatischen Bedingungen kommt deren Schadbild heuer nicht so sehr zum Tragen. Darum wäre jetzt der beste Zeitpunkt um die Grünlandbestände noch einmal genau unter die Lupe zu nehmen und etwaige Maßnahmen zu setzen, um ein leistungsstarkes und robustes Wiesengefüge für die nächsten Jahre zu schaffen.

 

Maßnahmen zur Grünlandverbesserung:

 

Pflanzenbestand:

Der August hat in den letzten Jahren gezeigt, dass es der beste Termin für die Bestandeslenkung ist. Die optimale Pflanzengesellschaft in der Wiese sollte aus ca. 50–70% Gräser, 20–30 % Leguminosen und 10–15% Kräuter bestehen. Natürlich sollte jede Landwirtin/jeder Landwirt den Bestand so führen, dass es am besten zur jeweiligen Betriebsphilosophie passt. Ist die Zusammensetzung nicht optimal oder gibt es handflächengroße Lücken, ist eine Nachsaat empfehlenswert. Die SAATBAU LINZ bietet für jeden Betrieb die optimale Nachsaatmischung an, nähere Details dazu in unserer Produktübersicht und in unserem aktuellen Grünlandprospekt.

 

Düngung:

Auf eine Düngung nach der Nachsaat sollte unbedingt verzichtet werden, da durch diese der Altbestand gefördert wird und dadurch den jungen Keimlingen ein Konkurrent hinsichtlich Licht, Wasser und Nährstoffe ist.

Die Nährstoffreserven in den Böden sind teils noch sehr gut, teils aber auch sehr schlecht. Um die optimale Düngungsstrategie für den jeweiligen Schlag zu finden, sollte unbedingt eine Bodenuntersuchung gemacht werden und die Düngergaben darauf und auf die Nutzungsintensität abgestimmt werden.

• Stickstoff: Ein leistungsstarkes, intensiv genutztes Grünland benötigt etwa 40–50 kg N/ha und Schnitt. Es muss der richtige Spagat zwischen optimaler Nutzung und optimaler N-Versorgung gefunden werden. Beachten Sie die Grenzwerte der Düngerverordnung.

• Kali: Auf den meisten Flächen von Rinderbetrieben ist man mit einer Kali-Überversorgung konfrontiert. Hier müssen meistens keine Maßnahmen gesetzt werden.

• Phosphor und Calcium (pH-Wert): Diese beiden Nährstoffe sind in Grünlandböden eher wenig vorhanden und sollten unbedingt beobachtet werden. Weitere Infos auf unserer Website oder im aktuellen Grünlandprospekt.

 

Alles in allem kann man sagen, dass heuer wieder sehr vieles zu Gunsten der Grünlandbestände bzw. Grünlandbauern gelaufen ist, aber man mit Vorsicht in die Zukunft blicken sollte. Viele ertragsmindernde Faktoren sind uns nun bekannt und können auch wieder auftreten, darum wäre es wichtig, die Grünlandbestände optimal darauf vorzubereiten, um auch in Zukunft nicht von Futterzukäufen abhängig zu werden.

 

Unsere Nachsaatempfehlungen:

  •   für Neuansaat und Nachsaat

  •   4 bis 5 Schnitte pro Jahr möglich

  •   raschwüchsige und konkurrenzstarke Mischung mit guter Trockenheitstoleranz und sehr guter Winterhärte

  •   ertragsbetonte Mischung mit sehr guter Silageeignung

  •   für rauere oder trockene Lagen

  •   4 bis 5 Schnitte können geerntet werden

  •   verbesserte Winterhärte und Trockenheitstoleranz durch hohen Knaulgrasanteil

  •   optimale Nachsaatmischung für trockenheitsgeschädigte Grünlandbestände

  •   raschwüchsige und konkurrenzstarke Gräser garantieren zügigen Aufwuchs und gleichmäßige Bodenbedeckung

  •   Flächen, auf denen 4 bis 6 Schnitte erwartet werden, profitieren von dieser Mischung

  •   Förderung einer dichten Grasnarbe durch konkurrenzstarke und ausdauernde Arten

  •   mittelintensive Nutzung, 3 bis 4 Schnitte

  •   steigert den Eiweiß- und Energieertrag

 

Michael TRAXL

Produktmanagement Grünland

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