Raps überzeugt als erfolgreiche Ackerbaukultur und hilft den Bienen

veröffentlicht am 06.05.2019

Raps hat besondere Vorzüge als Ackerbaukultur indem Fruchtfolgen mit viel Getreide und Mais aufgelockert werden. Zusätzlich dienen die Felder als willkommene Pollenspender für Bienen.

Rapsfeld in BlueteWährend noch vor 50 Jahren Rapsöl wegen seines bitteren Geschmacks nur als Industrieöl verwendet werden konnte, hat enormer Züchtungsfortschritt Mitte der 1970er Jahre die ersten erucasäurefreien Sorten hervorgebracht und so seinen Siegeszug eingeleitet. 1986 wurden mit den ersten OO-Sorten die störenden Senföle aus dem Rapsschrot entfernt, und machten den Raps auch für die Tierfütterung interessant. Heute ist die Züchtung vor allem auf die Ertragssteigerung ausgerichtet - jährlich sind dadurch mehr als 40 kg Gewinn an Kornertrag und ca. 0,16 % mehr Ölgehalt möglich. Aufgrund seines mit 40 - 45 % im Vergleich zu Soja (18 %) sehr hohen Ölgehaltes ist Raps eine sehr attraktive Ölfrucht.

Raps erzielt durch den ungefähr doppelt so hohen Vermarktungspreis wie Weizen und den circa halben Weizenertrag je Hektar in etwa den gleichen Vermarktungserfolg wie Weizen. Der Raps glänzt jedoch durch seine enorme Vorfruchtwirkung von 200 - 500 €/ha. Seine starke Wurzel kann Bodenunterschiede gut kompensieren. Die Standortqualität spielt daher nicht die primäre Rolle. Bis zur Blüte wachsen  6 t/ha Trockenmasse, bis zur Ernte sogar 18 t/ha Trockenmasse heran.

Auch aus ökologischer Sicht ist Raps Gold wert - viele Insekten und Bodenlebewesen finden ihre Heimat in den Rapsbeständen: Im Frühjahr sind bis zu 10.000 Individuen/m² zu finden. Der ständige  Auf- und Abbau von Pflanzenmasse bietet einen idealen Lebensraum für Bodenlebewesen. In nur wenigen Kulturarten zeigen Regenwürmer so starke Vermehrungsraten wie in Raps. Durch die sehr gute vertikale Bodenbearbeitung durch Regenwürmer ist nach Raps nur eine sehr flache und energieextensive horizontale Bodenbearbeitung für die Folgekultur nötig. In den Regenwurmgängen kann Wasser besser versickern, und Nährstoffe können besser in den Wurzelbereich der Folgekultur durchdringen. Die Dünger- und Biomassereste  aus Raps haben es in sich: Bis zu 120 kg N, 180 kg K2O und 25 - 30 kg P2O5 stehen der Nachfrucht pro Hektar zur Verfügung.

DI Christian KRUMPHUBER, LK Oberösterreich, hat auf die Symbiose von Rapsanbau und und Bienenhaltung hingewiesen. (Raps leistet viel - auch für Bienen).

Insekten erhalten beim Blütenbesuch Pollen und Nektar und erbringen dabei die Dienstleistung der Bestäubung.

Davon profitieren dann Dritte – wir Menschen. Einerseits der Landwirt über höhere Erträge und andererseits der Imker, der Honig ernten kann.

40.000 ha Raps (Anbaufläche in Österreich) können bzw. werden von 200.000 Bienenvölkern beflogen (Annahme: fünf Völker pro Hektar). Diese ernten 10 bis 15 kg Honig pro Volk – somit etwa 2,500.000 kg Raps- bzw. Blütenhonig (12,5 kg Honig/Bienenvolk). Bewertet man den Honig mit 8 Euro/kg (Rohertrag) kommt man auf eine Bruttowertschöpfung von 20 Mio. Euro.

Ein erheblicher Teil der österreichischen Blütenhonigernte stammt vom Raps und dies vor allem bei den wandernden Erwerbsimkern in Nieder- und Oberösterreich, wo ein Großteil des Rapses noch steht. (Zitat: Wer braucht Raps? DI Christian KRUMPHUBER)

Raps ist ein Muntermacher für das Ökosystem als Lebensraum, bietet Unterschlupf für alle Arten von Lebewesen und optimiert die Fruchtfolge.