Optimale Saatbettbereitung für Sojabohne

veröffentlicht am 08.04.2019

Die Sojabohne hat höhere Ansprüche an die Keimtempertur im Boden als der Mais und sollte deshalb auch nach Mais angebaut werden. Der sorgfältigen Saatbettbereitung kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.

Die höhere Bodentemperatur fördert zugleich einen raschen und guten Feldaufgang, damit auch eine schnellere Jugendentwicklung, einen frühen Blühbeginn und die Sojabohne gewinnt insgesamt an Vegetationszeit. Auch die vorher erfolgte sorgfältige Inokulierung kann besser wirken als wenn der Samen zu lange in kalter Erde liegt.

Sobald der Boden im Frühjahr abgetrocknet ist, hat sich ein Einebnen des Saatbeetes, ein Abschleppen, ähnlich wie bei Mais, gut bewährt. Damit wird die Verdunstung reduziert, grobe Unebenheiten werden beseitigt und die oberflächennahen Unkrautsamen werden zum Keimen angeregt. Damit ist es auch leichter möglich zum Zeitpunkt der tatsächlichen Aussaat mit einer einmaligen Überfahrt ein entsprechendes Saatbeet zustande zu bringen.

Da beim Abschleppen – wenn es im richtigen, d.h. trockenen Bodenzustand erfolgte – die groben Unebenheiten und groben Aggregate bereits beseitigt wurden, ist dann beim kombinierten Anbau mit Kreiselegge und Sämaschine auf folgende Punkte besonders zu achten:

• Das Planierschild vor den Kreiseln etwas tiefer stellen, um noch vorhandene Unebenheiten auszugleichen.

• Die Arbeitstiefe der Kreiselegge soll nur so tief eingestellt werden, wie die Sojabohne abgelegt wird, d.h. ca. 4 - 5 cm.

• Durch das Abschleppen vor dem Saattermin erwärmt sich der obere Bodenhorizont schneller als die tiefer liegenden unbearbeiteten Schichten, dieser tieferliegende Horizont bleibt aber dadurch wasserführend (aufsteigendes Bodenwasser durch Kapillarwirkung).

• Der trockene, wärmere Ober- und der feuchtere Unterboden bewirken zusammen einen raschen Feldaufgang.

• Wenn diese Einstellungskombination gut getroffen wird, ist ein Striegel der bessere Nachläufer nach der Sämaschine als eine Walze.

• Die Drehzahl der Kreiselegge sollte nicht zu hoch gewählt werden – einerseits kann es dadurch zu Schmierschichten im Unterboden kommen, andererseits ist es nicht erstrebenswert eine zu feinkrümelige Struktur des Oberbodens zu schaffen (eventuelle höhere Niederschläge nach der Saat können nämlich zu Verschlämmungen führen, die wiederum einen optimalen Feldaufgang behindern).

• Andererseits sollte es auch nicht zu grob sein, damit beim Einsatz von Vorauflaufherbiziden auch eine gute Wirkung erzielt wird.

• Hier das richtige Mittelmaß zu finden liegt im Geschick des Landwirtes, in der Kenntnis seines Bodens  und dessen Zustandes.

• Eine Branntkalkgabe vor der Sojaaussaat auf den abgeschleppten Acker (800 – 1000 kg/ha) kann Verschlämmungen vorbeugen und wirkt zudem bodenerwärmend.

• Eine Phosphor- und Kalidüngung kann ebenfalls schon auf die raue Furche oder auf den abgeschleppten Acker ausgebracht werden –  wenn es die Bodenuntersuchung erfordert.

 

Bei Beachtung dieser Maßnahmen sollte einem erfolgreichen Sojabohnenanbau nichts mehr im Wege stehen!

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