Optimale Saatbettbereitung für Sojabohne

veröffentlicht am 08.04.2020

Die Sojabohne hat höhere Ansprüche an die Keimtempertur im Boden als der Mais und sollte deshalb auch nach Mais angebaut werden. Der sorgfältigen Saatbettbereitung kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.

Die höhere Bodentemperatur fördert zugleich einen raschen und guten Feldaufgang, damit auch eine schnellere Jugendentwicklung, einen frühen Blühbeginn und die Sojabohne gewinnt insgesamt an Vegetationszeit. Das Risiko einer Schädigung durch tierische Schädlinge wie z.B. Saatenfliege (s. 2019) ist deutlich geringer.  Auch die Inokulierung mit den Rhizobien kann besser wirken als wenn der Samen zu lange in kalter Erde liegt.

Sobald der Boden im Frühjahr abgetrocknet ist, hat sich ein Einebnen des Saatbettes, ein Abschleppen, ähnlich wie bei Mais, gut bewährt. Damit wird die Verdunstung reduziert, grobe Unebenheiten werden beseitigt und die oberflächennahen Unkrautsamen werden zum Keimen angeregt. Zum Zeitpunkt der Aussaat kann dann mit einer einmaligen Überfahrt ein entsprechendes Saatbeet erstellt werden, bereits aufgelaufene Unkräuter werden beseitigt und der Unkrautdruck in der Kultur reduziert sich.

Da beim Abschleppen – wenn es im richtigen, d.h. trockenen Bodenzustand erfolgte – die groben Unebenheiten und groben Aggregate bereits beseitigt wurden, ist dann beim kombinierten Anbau mit Kreiselegge und Sämaschine auf folgende Punkte besonders zu achten:Sojaanbau

• Durch das Abschleppen vor dem Saattermin erwärmt sich der obere Bodenhorizont schneller als die tiefer liegenden unbearbeiteten Schichten, dieser tieferliegende Horizont bleibt aber dadurch wasserführend (aufsteigendes Bodenwasser durch Kapillarwirkung).

• Die Arbeitstiefe der Kreiselegge soll nur so tief eingestellt werden, wie die Sojabohne abgelegt wird, d.h. ca. 4 - 5 cm. Die Ablage des Korn erfolgt auf den wasserführenden Boden.

• Sätechnik mit nachlaufenden Druckrollen nach Doppelscheibenscharen sorgt für eine gute Rückverfestigung in der Saatreihe und guten Anschluss an das Bodenwasser.

• Der trockene, wärmere Ober- und der feuchtere Unterboden bewirken zusammen einen raschen Feldaufgang.

• Wenn diese Einstellungskombination gut getroffen wird, ist ein Striegel der bessere Nachläufer nach der Sämaschine als eine Walze (Voraussetzung wenig Steine an der Oberfläche).

• Die Drehzahl der Kreiselegge sollte nicht zu hoch gewählt werden – einerseits kann es dadurch zu Schmierschichten im Unterboden kommen, andererseits soll eine zu feinkrümelige Struktur des Oberbodens verhindert werden (eventuelle Starkniederschläge nach der Saat könnten sonst zu Verschlämmungen führen, die wiederum einen optimalen Feldaufgang und die Aktivität der Knöllchenbakterien behindern)..

• Das Saatbett sollte aber auch nicht zu grob sein, damit beim Einsatz von Vorauflaufherbiziden eine gute Wirkung erzielt werden kann.

• Hier das richtige Mittelmaß zu finden liegt in Ihren Händen, sie kennen Ihren Standort, seinen Zustand und die geplanten Maßnahmen am besten.

• Eine Branntkalkgabe vor der Sojaaussaat auf den abgeschleppten Acker (800 – 1000 kg/ha) kann Verschlämmungen vorbeugen und wirkt zudem bodenerwärmend.

• Eine Phosphor- und Kalidüngung kann, sofern es die Bodenuntersuchung erfordert, ebenfalls schon auf die raue Furche oder auf den abgeschleppten Acker ausgebracht werden.

 

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Sojaanbau!

 

Beratung Pflanzenbau

Albert MÜLLNER

Tel. +43 664 142 60 05

albert.muellner@saatbau.com

 

Für weitere Fragen steht Ihnen >Ihr Berater gerne zur Verfügung!