Vielfalt der Zwischenfrüchte bringt besonderen Nutzen

veröffentlicht am 14.05.2020

Die SAATBAU LINZ beschäftigt sich seit über 25 Jahren mit Zwischenfrüchten – also bereits vor dem EU-Beitritt bzw. seit dem Bestehen von diversen Begrünungsprogrammen.

Neben Einzelsaaten wurden auch damals bereits Mischungen angeboten. Mit dem EU-Beitritt und der Einführung der ÖPUL-Programme startete der großflächige Anbau von Zwischenfrüchten in Österreich. Während in den ersten beiden ÖPUL-Perioden Einzelsämereien – und hier hauptsächlich Gelbsenf – verwendet wurden, so kamen mit den Folgeprogrammen immer mehr Mischungen auf die Felder.

In all den Jahren wurde eine große Menge von verschiedenen Arten als Zwischenfrüchte getestet. In Zusammenarbeit mit der Boden.Wasser.Schutz.Beratung der LK OÖ und Versuchslandwirten wurde die Kombinationseignung der einzelnen Sämereien großflächig geprüft und die Erfahrungen und Rückmeldungen der Landwirte in die Zusammensetzungen der Mischungen eingearbeitet. Ein Ergebnis dieser Vorgehensweise sind u.a. die WASSERGÜTE-Mischungen.

Einige Arten und Sorten aus diesen langjährigen Prüfungen sind heute Hauptbestandteile von Begrünungen und aus den Zwischenfruchtmischungen nicht mehr wegzudenken.

MUNGO, der Öltyp vom Ramtillkraut (Guizotia abyssinica oleifera), eine fruchtfolgeneutrale Begrünungspflanze, die sicher abfriert, ist bestens geeignet für trockene und heiße Sommerwitterung. MUNGO ist später (Samen fallen daher
nie aus), verholzt weniger und friert leichter ab als die herkömmlichen Typen die u.a. als Vogelfutter verwendet werden.

Die Pigmentplatterbse MONI wurde aus einer Wildform selektiert und bildet ein natürliches Neurotoxin gegen Blattläuse. Aufgrund der deutlich kleineren Korngröße sind Saatstärken von rund 35–40 % der üblichen Saatplatterbsen ausreichend. Weiters ist MONI in der Lage, durch enorme Knöllchenbakterienbildunginnerhalb kurzer Zeit als  Zwischenfrucht höhere N-Mengen zu binden als andere Leguminosen über die gesamte Vegetationszeit.

FORZA ist eine Selektion aus einer garantiert abfrostenden Rettichform (Raphanus rostratus) und eine optimale Pflanze für Direktsaat, dessen Rettichkörper im Frühjahr tiefe Löcher im Boden hinterlässt. Als vorteilhafter Mischungspartner kann FORZA anderen Pflanzen mit 1,5–2,0 kg/ha beigemengt werden. FORZA ist für Erdfloh und Pilzkrankheiten nicht anfällig – ein enormer Vorteil in der Fruchtfolge.


Im Laufe der Jahre hat sich mehrmals gezeigt, dass die Eignung für Begrünung bei den verwendeten Arten auch von den Sorteneigenschaften abhängt. Als Beispiel seien nur die Anfälligkeit für verschiedene Schädlinge (wie z.B. Nematoden oder Läuse) oder das sichere Abfrosten von einzelnen Sorten angeführt. Generell ist zu erwarten, dass sich mit dem Verbot einer Vielzahl von insektiziden Wirkstoffen sowie der Diskussion über Glyphosat, der Focus bei der Auswahl der Begrünungspflanzen in nächster Zeit deutlich verschieben wird.

Die SAATBAU LINZ ist ein Komplettanbieter. Die optimal abgestimmten Mischungen in bester Qualität passen für die unterschiedlichsten Anforderungen und Fruchtfolgen – alle ÖPUL-Varianten, jeden Saatzeitpunkt sowie für Vieh, Wild und Insekten.

 


Christian DORNINGER

 

christian.dorninger@saatbau.com

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