Tipps aus der Praxis: Nach dem Raps ist vor dem Raps!

veröffentlicht am 17.07.2019

Nach der Ernte ist vor dem Anbau  - ein auf Höchsterträge ausgerichteter Rapsanbau beginnt unmittelbar nach der Ernte der Rapsbestände und der Vorfrucht zu Raps. Maßnahmen der Feldhygiene haben gerade in Zeiten fehlender insektizider Beizen immense Bedeutung, da der Entwicklung von Schädlingen und Krankheiten wirksam begegnet werden kann.

Kornverluste während der Rapsernte, die schnell ein 50 – 100-faches einer normalen Saatstärke betragen können, sind oft unvermeidbar. Durch das ständige Auflaufen zu tief vergrabener, langjährig keimfähiger Ausfallrapskörner in den Folgejahren kommt es zu Problemen in anderen Blattfrüchten (z.B. Zuckerrübe, Sojabohne…) und bodenbürtige Krankheiten wie Kohlhernie oder Verticillium können überdauern und sich weiter ausbreiten. Darüber hinaus kann in neu gesäten Rapsbeständen das unkontrollierte Auflaufen von Ausfallraps zu viel zu hohen Bestandesdichten mit Folgeproblemen im Bereich Krankheiten und Lageranfälligkeit führen.

Um dieses Potenzial an Ausfallrapssamen zu reduzieren, müssen alle Maßnahmen nach der Rapsernte darauf abzielen, nicht ausgedroschene Schoten zu öffnen, alle Körner zum Keimen zu bringen und die Induzierung von Dormanz zu verhindern. Dies erfolgt am effektivsten durch Mulchen und flaches Einarbeiten der Ernterückstände und sofortiges Rückverfestigen - Ausfallraps darf auf keinen Fall zu tief vergraben werden!

Nach diesen ersten Arbeitsschritten gilt es, die Ausbreitung von Schädlingen und Krankheiten zu unterbrechen. Eine der größten Gefahren für die Entwicklung der neu ausgesäten Rapsbestände sind vom Wind verbreitete Pilzsporen von Ausfallrapsbeständen aber auch Schädlinge wie Rübsenblattwespe, Erdfloh und Ackerschnecken finden im Ausfallraps ideale Bedingungen vor. Spätestens zum Aufgang der neu gesäten Bestände sollte der Ausfallraps durch eine etwas tiefere Bodenbearbeitung beseitigt sein, um Höchsterträge bei unnötigen Aufwendungen abzusichern und gleichzeitig noch nicht gekeimte Körner zum Auflaufen zu bringen.

Im Idealfall erfolgt hier gleichzeitig die Aussaat einer Begrünungsmischung ohne Kreuzblütler um den durch die Zersetzung der N-reichen Ernterückstände freiwerdenden Stickstoff (die Menge kann schnell 60 – 80 kg N betragen) für die Folgefrucht Weizen oder Mais zu konservieren und vor Auswaschung zu bewahren. Diese Menge an konserviertem Stickstoff ist die Basis für eine nachfolgend sehr hohe Weizenqualität bei gleichzeitig reduzierten Düngerkosten!

 

Die Kombination von Bodenbearbeitung, pflanzenbaulichen Maßnahmen und besten Sorten ist entscheidend für erfolgreichen Ackerbau -  viel Erfolg beim Rapsanbau 2019!

 

Beratung Pflanzenbau

Albert MÜLLNER

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