Wintergerste Bestandesführung 2019 - je nach Standort

veröffentlicht am 23.02.2019

Aufgrund der je nach Region sehr geringen Niederschläge im Herbst 2018 sind die Bestände sehr unterschiedlich entwickelt und das hat natürlich Auswirkungen auf die Düngung und weitere Bestandesführung.

Von zu stark und überwachsen (sofort aufgelaufen und lange gewachsen) bis zu schwach durch verzögerten Auflauf und Trockenheit ist alles vorhanden.

Idealer Bestand:

Derzeit zählen wir 3 – 4 starke Triebe pro Pflanze - da die Zielährenzahl bei den zweizeiligen Sorten bei ca. 800 – 950 Ähren pro m² liegt, gilt es bei LENTIA, ANEMONE, RENI diese Triebe zu erhalten und zu fördern, gleichzeitig aber eine zu starke weitere Bestockung zu verhindern. Neue Nebentriebe 2. Ordnung entwickeln keine eigenen Kronenwurzeln, belasten die Nebentriebe 1. Ordnung und müssen später in der Schossphase wieder reduziert werden.

Das heißt eine 1. Gabe von ca. 50 – 70 kg N je nach Bodenschwere und Vorfrucht zur ersten Gabe und 60 - 90 kg zur zweiten und dritten Gabe die entweder geteilt (EC 30-31 + EC 37) oder auf einmal in EC 32 gegeben werden kann.

Abhängig gemacht wird das von der Entwicklung der Bestände, Bodenfeuchte und Verwendung (Verkauf oder Verfütterung). Je früher gedüngt wird, desto eher wirkt sich das auf den Ertrag aus, spätere Gaben auf eine Erhöhung des Eiweißgehalts.

Wachstumsregler sollten in diesen Beständen eher früh und eventuell gesplittet angewendet werden.

 

Schwacher Bestand:

Durch den verspäteten Auflauf zu schwach, sollten die Pflanzen noch bestocken. Darum früh und stark andüngen mit mind. 60 – 80 kg N als NAC. Wachstumsreglermaßnahmen (falls geplant) nicht zu früh und nicht zu hoch!

Die 2. Gabe eher schon früher im EC 30 – 31 geben – abhängig von der Bestandesentwicklung und Bodenfeuchte.

Zusätzlich kann ein Arbeitsgang mit Walze oder Striegel die Bestockung anregen.

Gleichzeitig verbessert die Rückverfestigung durch Walzen die Manganverfügbarkeit, bzw. sollte bei der Unkrautbekämpfung gerade bei Gerste auf lockeren Böden ein Mangandünger zugegeben werden.

Manganmangel zeigt sich im Frühjahr am ehesten daran, dass die Pflanzen in der Spur grün sind und zwischen den Spuren gelb werden.

 

Ein extrem überwachsenen Bestand mit 8 – 10 Triebe pro Pflanze ist besonders herausfordernd, soll gleichzeitig angeregt und gebremst werden.

In diesem Fall mit max. 40 kg N/ha andüngen da eine Mindestmenge zum Starten notwendig ist.

Rechtzeitig Wachstumsregler und Fungizide einsetzen.

2. N-Gabe voraussichtlich auf EC 32 rausschieben um die Reduktion von Nebentrieben zu gewährleisten mit einer Menge von 40 – 60 N/ha und je nach Mineralisierung  eine 3. Gabe einplanen.

In dem Sinn gilt bei diesen Beständen „Augen zu und durch“

 

 

Grundsätzlich gilt die Empfehlung auch für die mehrzeiligen Sorten wie SU ELLEN, MICHAELA oder die neue ADALINA, da diese Sortengruppe einerseits immer standfester wird und die Sorten andererseits etwas dünner ausgesät werden. Als Ziel bei der Bestandesdichte gilt bei mehrzeiligen Sorten ca. 550 – 650 Ähren/m²!

Als Dünger kommen vor allem NAC, NPK und Gülle in Frage wobei natürlich die Wirkungsgeschwindigkeit einkalkuliert werden muss.

Bitte wie immer bei den Düngungsempfehlungen das Ertragspotenzial und Ziel sowie die Richtlinien der sachgerechten Düngung betreffend Mengen und Zeitpunkte beachten.

 

Noch ein weiterer Hinweis:

Mehltau in den Beständen unbedingt beobachten – eventuelle Fungizidmaßnahmen schon bei der Unkrautbekämpfung einplanen.

 

Viel Erfolg im Jahr 2019 mit Ihrer Wintergerste und für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung!

 

Beratung Pflanzenbau

Albert MÜLLNER

Tel: +43 664 142 60 05

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