Roggen - Ertragspotenzial durch gezielte Düngungsmaßnahmen sicherstellen!

veröffentlicht am 25.02.2019

Je nach Region sind auch bei Roggen die Bestände unterschiedlich entwickelt - das wirkt sich auf Düngung und die weitere Bestandesführung aus.

Von zu stark und überwachsen (sofort aufgelaufen und lange gewachsen) bis zu schwach durch verzögerten Auflauf und Trockenheit ist sowohl bei Hybrid- als auch Normalroggen alles vorhanden.

Da in den letzten Jahren verstärkt Hybridroggen wie KWS ETERNO, SU FORSETTI ausgesät wurden, die eine bessere Bestockung und höherer Einzelährenerträge bringen, ist die Bestandesführung etwas einfacher – nichtsdestotrotz gilt es für 2019 einige Dinge zu beachten.

Vor allem uneinheitliche Bestände innerhalb einer Fläche stellen uns Landwirte vor Herausforderungen!

Anhand eines Feldes mit sehr unterschiedlichen Beständen soll das erklärt werden:

• Boden: Felsbraunerde mit 35 Bodenpunkten,

• Seehöhe ca. 450 m; Vorfrucht Körnerraps mit Buchweizen Begrünung.

• Anbau nach Grubber mit Kreiselegge Sämaschine und Frontpacker kombiniert am 20.09.2018 unter sehr trockenen Bedingungen mit 260 Körner/m² KWS ETERNO und SU FORSETTI gemischt.

• Aufgang großteils ok - nur auf sehr trockenen Lehm, den Tonkuppen (trotz rum und rein = Grubbern und sofort säen) war er schwächer und später.

• Keine Düngung im Herbst.

 

 

Idealer Bestand:

Derzeit sind 3 – 4 starke Triebe pro Pflanze zu sehen, die bei Hybridroggen ausreichend für diesen typischen Roggenstandort sind um 450 – 550 Ähren/m² mit 50 – 60 Körner/m² zu erreichen.

Diese Triebe sind zu erhalten und zu fördern, gleichzeitig soll aber unter den trockenen Bedingungen der Roggenstandorte eine zu starke weitere Bestockung verhindert werden, die nur zu unnötigen Wasserverbrauch führen würde.

Neue Nebentriebe 2. Ordnung entwickeln keine eigenen Kronenwurzeln, belasten die Nebentriebe 1. Ordnung und müssen später in der Schossphase wieder reduziert werden.

Das heißt eine erste Gabe von ca. 40 – 70 kg N je nach Bodenschwere und Vorfrucht und 60 – 80 kg zur zweiten Gabe in EC 30 – 32 je nach Bestandesentwicklung, Bodenfeuchte und Ertragsziel. Eine dritte Gabe ist bei Roggen nicht notwendig.

Wachstumsregler sollten in diesen Beständen eher früh und eventuell gesplittet angewendet werden, aber immer dem Wasserangebot angepasst, um keine Schäden zu produzieren.

Schwacher Bestand durch verspäteten Auflauf:

Durch den verspäteten Auflauf is der Bestand zu schwach und muss noch bestocken. Darum früh und stark andüngen mit mindestens 50 – 80 kg N als NAC oder NPK.  Eventuell ist zum Ende der Bestockung hin eine zusätzliche Zwischengabe mit 20 – 30 kg N von Vorteil, um die Bestandesdichte abzusichern.

Die Schossergabe eher schon früher im EC 30 – 31 geben – abhängig von der Bestandesentwicklung und Bodenfeuchte mit ca. 60 – 80 kg /ha.

Wachstumsregelermaßnahmen (falls geplant) nicht zu früh und nicht zu hoch – Spritze auf diesen Stellen bei der Überfahrt ausschalten oder Mengen deutlich reduzieren!

Zusätzlich kann ein Arbeitsgang mit Walze oder Striegel die Bestockung anregen und verbessert gleichzeitig durch die Rückverfestigung die Manganverfügbarkeit.

Sollte nicht gewalzt werden kann bei Manganmangel bei der Unkrautbekämpfung gerade auf leichten Böden mit hohen pH-Werten ein Mangandünger zugegeben werden. Zumeist sind aber die Roggenböden eher Standorten mit niedrigen pH-Werten, wo Manganmangel seltener auftreten sollte.

Extrem überwachsener Bestand:

Aussaat am 20.9. nach Vorfrucht Raps mit 290 Körner/m² in diesem Fall Waldstaudenroggen – könnte aber auch Normalroggen wie z.B.Dukato sein, sofortiger Auflauf – extrem überbestockt mit 8 – 10 Triebe pro Pflanze.

In diesem Fall mit max. 30 – 40 kg N/ha andüngen da eine Mindestmenge zum Starten notwendig ist.

Rechtzeitig Wachstumsregler und Fungizide einsetzen – Krankheitsdruck durch den warmen Herbst evt. höher.

Zweite N-Gabe voraussichtlich auf EC 32 rausschieben um die Reduktion von Nebentrieben zu gewährleisten mit einer Menge von 30 – 60 N/ha und eine 3. Gabe einplanen (Vorfrucht beachten).

 

Das Gesagte gilt vor allem für Hybridroggen aber auch für Normalroggen, aufgrund der Ertragsüberlegenheit geht der Trend aber eindeutig zu den Hybridroggen wie KWS ETERNO, SU FORSETTI oder dem neuen KWS THAYO!

 

Bitte wie immer bei den Düngungsempfehlungen das Ertragspotenzial und Ziel sowie die Richtlinien der sachgerechten Düngung betreffend Mengen und Zeitpunkte beachten.

 

Viel Erfolg im Jahr 2019 mit Ihrem Roggen und für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung!

 

Beratung Pflanzenbau

Albert MÜLLNER

Tel: +43 664 142 60 05

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