Grünland unter Druck – Grünlandpflege wichtiger denn je!

veröffentlicht am 26.02.2020

Das Grünland war in den letzten Jahren zusehends mehreren Stressfaktoren gleichzeitig ausgesetzt und in den letzten 25 bis 30 Jahren hat sich die Grünlandbewirtschaftung massiv verändert.

Gruenland-NachsaatKlimawandel und damit einhergehende Trockenperioden bzw. höhere Temperaturen und Schädlinge wie Engerlinge bedrohen die heimische Grünlandwirtschaft und damit die wichtigste Futterbasis in der Rinderhaltung.

Während gewisse Umweltfaktoren nicht verändert werden können, kann die Bewirtschaftung durch den Landwirt sehr wohl angepasst werden, um das Grünland fit für die Zukunft zu machen. Neben der entzugsorientierten Düngung des Grünlandes ist vor allem die Nachsaat mit standort- und nutzungsangepassten Grünlandmischungen eine wichtige Maßnahme, um unter sich ändernden Umweltfaktoren das Grünland noch erfolgreich und ertragreich bewirtschaften zu können.

Durch die ertragsbetonte Bewirtschaftung von 4 bis zu 6 Schnitten wird den Gräsern die Möglichkeit genommen, sich generativ über Samen zu vermehren (Schnittzeitpunkt vor Samenreife). Daher ist die Nachlieferung von Samen gewünschter Arten unumgänglich, weil sich sonst unerwünschte Gräser (wie z.B. die Gemeine Rispe) und Kräuter im Bestand ausbreiten können. Diese können zu einer Verschlechterung der Qualität der Silage/des Heues führen, wodurch die Milchleistung bzw. die Tageszunahmen teilweise stark zurückgehen und die Qualität der Ration mit teuren Ergänzungsfuttermitteln wieder ausgeglichen werden muss. Um eine in Ertrag und Qualität optimale Zusammensetzung des Pflanzenbestands zu erreichen, die auch gegenüber Engerlingen widerstandsfähiger ist, trägt neben der optimalen Nährstoffversorgung auch eine gelungene Nachsaat zum Erfolg bei.

Darum sollten die Grünlandbestände im Frühjahr unbedingt kontrolliert und notwendige Maßnahmen getroffen werden. Abhängig von den Lücken bzw. Fehlstellen und dem Beikrautaufkommen des Bestandes gibt es zwei Möglichkeiten der Verbesserung:

1. Periodische Nachsaat:

Die periodische Nachsaat ist für Bestände geeignet, die wenig Lücken und nur ein geringes Beikrautaufkommen aufweisen. Diese Methode kann nach dem ersten Schnitt im Frühjahr durchgeführt werden, aber auch im Frühherbst (August – September) ist eine periodische Nachsaat möglich. Die Saatstärke der ausgewählten Mischung sollte bei 10–15 kg/ha liegenund kann mit einem Striegel mit aufgebauter Säeinrichtung durchgeführt werden.

2. Sanierung:

Die Sanierung einer Grünlandfläche sollte bei Beständen mit einem massiven Beikrautbefall (vor allem mit GemeinerRispe) oder sehr großen Lücken durchgeführt werden. Für die Sanierung sollte die Grünlandfläche mindestens zweimal über Kreuz gestriegelt und die herausgestriegelte Pflanzenmasse abtransportiert werden. Danach wird eine geeignete Mischung mit einer Saatstärke von 25–30 kg/ha ausgesät und angewalzt. Der Zeitraum der Maßnahme ist gleich mit jenem der periodischen Nachsaat.

Standort- und nutzungsgerechte Mischungen:

GRÜNLANDPROFI EB

Diese ertragsbetonte Dauerwiesenmischung empfehlen wir für intensive Nutzung in mittleren Lagen (4-5 Schnitte). GRÜNLANDPROFI EB eignet sich ideal für Neuanlagen von sanierten Flächen nach Engerlingbekämpfung, sowie zur periodischen Nachsaat. Einzigartig ist die Zusammensetzung der Mischung – optimal abgestimmte Sorten liefern ei-nen hohen Futterwert, sind hochverdau-lich und beweisen beste Silageeignung. Auch das Wiederantriebsvermögen von GRÜNLANDPROFI EB ist sehr gut. Auf eine gute Stickstoffversorgung ist zu achten. GRÜNLANDPROFI EB zeigt eine gute Trockenheitstoleranz und ist sehr winterhart.

GRÜNLANDPROFI KB

Diese knaulgrasbetonte, intensive Nachsaatmischung für raue und trockene Lagen (nach Dipl.-HLFL-Ing. Josef GALLER, LK Salzburg) weist aufgrund des hohen Knaulgrasanteils eine hohe Konkurrenzkraft, beste Trockenheitsverträglichkeit und sehr gute Winterhärte auf. Mit GRÜNLANDPROFI KB können 4–5 Schnitte geerntet werden.

GRÜNLANDPROFI NA

Die Nachsaatmischung für Dauerweide und -wiese in mittleren Lagen passt hervorragend zur Nachsaat von Weiden und 3- bis 4-schnittigen Wiesen. Durch konkurrenzstarke und ausdauernde Arten wird eine dichte Grasnarbe gefördert sowie der Eiweiß- und Energieertrag gesteigert.

SAATGUT AUSTRIA

Die EU hat 2004 die Richtlinien für Saatgutmischungen liberalisiert. Demnach dürfen Mischungen aus allen Ländern EU-weit verkauft und vermarktet werden. Die Zusammensetzung dieser Mischungen ist nicht geregelt, lediglich die Bezeichnung.Die österreichische Saatgutwirtschaft bietet unter der Dachmarke SAATGUT AUSTRIA Mischungen an, die in ihrer Zusammensetzung und Bezeichnung dem Mischungsrahmen vor der Liberalisierung entsprechen. Diese Mischungen von SAATGUT AUSTRIA sind beim Bundesamt für Ernährungssicherheit (AGES) registriert und werden auf die Einhaltung des österreichischen Mischungsrahmens kontrolliert. Für die verschiedenen Anbaulagen (z.B. mild, rau, ...) sowie für diverse Nutzungszwecke gibt es definierte Zusammensetzungen. Jeder Sack ist mit einem Etikett mit der Aufschrift SAATGUT AUSTRIA gekennzeichnet.

Ausführliche Informationen über unser Angebot für Grünland und Feldfutterbau sowie interessante Fachartikel zur Düngung und Pflege der Bestände finden Sie in unserem neuen Grünland-Prospekt.

 

Michael TRAXL

Michael TRAXL

Produktmanagement Grünland

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michael.traxl@saatbau.com