19.03.2026

So gelingt der Sojaanbau 2026

Die Anbaufläche der Sojabohne hat sich mit ca. 85.000 ha im Jahr 2025 nach dem Höchststand von ca. 93.000 ha im Jahr 2022 auf hohen Niveau eingependelt und ist damit die wichtigste Alternativkultur in Österreich. Energiepreissteigerungen und damit steigende Kosten für N-hältige Düngemittel sprechen für eine Ausweitung der Anbaufläche.

Die Sojafläche liegt 2025 bei ca. 85.000 ha und bleibt eine der wichtigsten Alternativkulturen in Österreich.

Im Jahr 2025 nahm die Bio-Sojabohne 30.469 ha ein – vor 17 Jahren, im Jahr 2008 betrug die Gesamtsojafläche in Österreich nur 18.295 ha und die Biosojafläche nur 1.587 ha. Das heißt innerhalb von 17 Jahren hat sich in Österreich die Gesamtfläche fast verfünffacht und die Biosojabohne sich fast verzwanzigfacht!

In dieser Flächensteigerung sind sowohl bestehende Betriebe, die ihre Sojafläche deutlich gesteigert haben, als auch Neueinsteiger enthalten. Die letzten Jahre haben unter stark wechselnden Bedingungen (Kälte und Nässe zum Anbau, Kälte in der Blüte bzw. Trockenheit im Sommer…) die Anbauer immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Die Jahre 2019, 2021 und 2024 waren durch eine frühe Aussaat mit teils nachfolgend kühl, nassen Bedingungen und erhöhtem Schädlingsdruck zum Auflauf geprägt.

Aufgrund der weiteren Ausweitung der Anbauflächen sowohl in Österreich als auch im übrigen Europa, stellt sich die Frage, wie Neueinsteiger von Beginn an stabile Erträge erreichen aber auch bestehende Sojaanbauer die Erträge steigern und die Ertragssicherheit erhöhen können. Vor allem unter Beachtung des Umstandes, dass für Sojabohne jungfräuliche Böden bzw. weniger gut geeignete Flächen erstmals mit Sojabohne bestellt werden.

Boden und Nährstoffe

Die Sojabohne hat höhere Temperaturansprüche zur Keimung (ca. 10 °C im Vergleich zu Mais mit ca. 8 °C) und bevorzugt durch die besondere Form der epigäischen Keimung (der Keimstängel, botanisch Hypokotyl, durchbricht die Erdoberfläche und hebt die Keimblätter empor) Böden mit guter Struktur und rascher Erwärmung. Vor allem auf schweren, kalten und zur Verschlämmung neigenden Böden können vor der Saat 500 – 800 kg/ha Misch- oder Branntkalk ausgebracht und in den Saathorizont eingearbeitet werden. Das führt zu einer Erhöhung der Krümelstabilität, weniger Verschlämmung und dadurch zu besseren Feldaufgängen und einem verbesserten Gasaustausch der Böden. Dies wiederum dient der Optimierung der Aktivität der Knöllchenbakterien die, um effizient arbeiten zu können, entsprechend Luft im Boden benötigen.

Optimal für die Aktivität der Knöllchenbakterien sind pH-Werte von 6,0 – 7,0 und gleichzeitig ist in diesem Bereich die Phosphor- und Molybdänverfügbarkeit besser. Molybdän als eines der wichtigsten Spurenelemente bei Leguminosen ist vor allem bei zu tiefen pH-Werten schlechter verfügbar. Gleichzeitig wird durch Kalkung gerade in Jahren mit hohen Nährstoffpreisen die Verfügbarkeit vieler Nährstoffe optimiert.

Auf Böden mit schlechter Nährstoffversorgung (A und B Versorgung vor allem bei Phosphor) bringt auch in diesem Jahr eine dem Bedarf angepasste Düngung zur Sojabohne Mehrerträge und Mehrerlöse. Phosphor ist Energieträger in der Pflanze, damit an allen wichtigen Stoffwechselvorgängen beteiligt und sehr wichtig im N2 Fixierungsprozess. Eine ausreichende P-Verfügbarkeit erhöht die Knöllchenanzahl und -größe, die Effizienz der Stickstoff-Fixierung und damit natürlich den Ertrag aber vor allem auch den Proteingehalt.

Saatbettbereitung

Zu empfehlen ist das rechtzeitige Abschleppen gepflügter oder gegrubberter Böden, sobald diese ausreichend abgetrocknet sind, zur Reduktion von unnötiger Verdunstung (gerade im Trockengebiet) und zum Einebnen des Saatbettes (Grundvoraussetzung für eine verlustarme Ernte). Auch Flächen mit abfrostenden oder winterharten Zwischenfrüchten sollten rechtzeitig vor der Saat bearbeitet werden, um die Bodenerwärmung, gerade in Randlagen und auf schwereren Böden sicher zu stellen. Die Bearbeitung dieser Begrünungen stellt immer einen Kompromiss zwischen größtmöglichem Erosionsschutz in Hanglagen durch wenig Bodenbearbeitung und ausreichender Bodenbearbeitung zur Bodenerwärmung dar.

Durch diese Schritte werden auch erste Unkrautsamen zur Keimung angeregt (falsches Saatbett) und falls je nach Frühjahrswitterung ausreichende Zeit zur Verfügung steht, kann mit ein bis zwei leichten Striegeldurchgängen oder flachen Eggenstrichen (ähnlich der Vorgehensweise im Biolandbau) das Auflaufen von Unkräutern gefördert werden. Diese können dann mit der Saatbettbereitung beseitigt werden, wodurch sich der Unkrautdruck in der Kultur reduziert.

Gleichzeitig erwärmt sich der lockere obere Bodenhorizont schneller als die tiefer liegenden, feuchten Bodenschichten. Zur Saat selbst wird dann möglichst nur mehr auf die angepeilte Ablagetiefe von 3 – 4 cm bearbeitet um die Kapillarität zu erhalten und einen einheitlichen Aufgang der Bestände zu erzielen. Die Bodenbearbeitung und die Samenablage in einheitlicher Tiefe des Saathorizontes fördern die Entwicklung eines gleichmäßigen Bestandes und somit auch die gleichmäßige Abreife. Last but not least dient ein feinkrümeliges Saatbett mit ausreichender Bodenbedeckung der Samen der guten Wirkung von Vorauflaufherbiziden.

Saatzeitpunkt

Durch die höheren Ansprüche an die Keimtemperatur im Vergleich zu Mais sollte die Sojabohne keinesfalls zu früh bzw. vor Schlechtwetterperioden ausgesät werden. Eine Saat in ein ausreichend erwärmtes Saatbett fördert einen raschen, einheitlichen Feldaufgang, eine schnelle Jugendentwicklung, damit eine verstärkte Konkurrenzkraft gegen Unkräuter und einen früheren Blühbeginn. Auch wirkt die Inokulierung unter diesen Bedingungen besser, als wenn das Saatgut zu lange in kalter Erde liegt. Generell kann gesagt werden, dass die Aussaat in eine Schönwetterphase hinein erfolgen sollte. Bei feucht-kühler Witterung nach der Aussaat leidet Sojabohne deutlich mehr als Mais und bildet ungleichmäßige, schwache Bestände aus, die ertraglich stärker unter eventuell nachfolgender Trockenheit leiden.

Beimpfung - Innokulierung

Das Sojabohnensaatgut wird fix fertig beimpft angeboten, zur Erhaltung der Lebensfähigkeit der Knöllchenbakterien muss das Saatgut kühl und trocken bei möglichst wenig Lichteinfluss gelagert werden. Dazu zählt auch die Lagerung unmittelbar vor der Aussaat, denn die Knöllchenbakterien sind relativ empfindlich gegenüber Licht und Wärme, unabhängig von der Art der Inokulierung. Wer die Leistung der Knöllchenbakterien – vor allem auf jungfräulichen Sojaböden und sehr schweren, schlecht durchlüfteten Böden – steigern möchte, kann unmittelbar zur Aussaat eine zusätzliche Inokulierung mit TURBOSOY® durchführen. Dabei ist eine schonende Behandlung des Saatgutes Grundvoraussetzung, da mechanische Belastungen (in Schnecken, Mischmaschinen…) zu Schäden am Saatgut und damit zu Keimfähigkeitsverlusten führen können. Wer sich die lästige und zeitraubende Beimpfung vor der Aussaat ersparen will greift zu TURBOSOY® Injected Soja (TI)!

TURBOSOY® Injected

Die SAATBAU LINZ verfügt bei Soja über mehr als 35 Jahre Erfahrung in der Züchtung und Saatgutproduktion. In Zusammenarbeit mit dem österreichischen Agrartech-Unternehmen Ensemo GmbH stellen wir nun eine bahnbrechende Innovation in der Saatgutbehandlung vor. Mit herkömmlichen Applikationsmethoden wie Coating oder Sprühanwendungen sind die empfindlichen Knöllchenbakterien negativen Umwelteinflüssen wie UV-Strahlung, Austrocknung und mechanischem Abrieb ausgesetzt. Mit der patentierten und validierten SeedJection™-Technologie ist es nun möglich, die empfindlichen Bakterien direkt ins Innere der Samen zu injizieren. Dort sind sie optimal vor Umwelteinflüssen geschützt, überleben länger und können effektiver mit der Pflanze interagieren. Diese innovative Methode maximiert das Potenzial der Rhizobien und führt zu einem gebrauchsfertigen Soja-Saatgut, dem „TURBOSOY® Injected Soja“ (TI), welches keine Nachbeimpfung mehr erfordert.

Jeder, der bereits mit Sojasaatgut gearbeitet hat, fragt sich vielleicht, ob die Qualität des Saatguts durch das Anschneiden in der Maschine beeinträchtigt wird. Dazu wurden umfangreiche Tests in diesem Bereich durchgeführt. Das Ergebnis: Nein. Standardisierte Keimungsversuche mit mehr als 15.000 Samen aus sechs verschiedenen Sojasorten ergaben, dass das Saatgut nach der Bearbeitung mit der Seedjection-Maschine genauso gut (oder sogar besser!) keimt wie unbehandeltes Vergleichssaatgut. Auch unter realen Feldbedingungen wurde die SeedJection™-Technologie erfolgreich validiert, um ihre Wirksamkeit und Praktikabilität für den landwirtschaftlichen Einsatz zu bewerten.

Welche Leistungen die Knöllchenbakterien erbringen, sieht man, wenn man den Gesamtnährstoffentzug der Sojabohne pro Tonne Erntegut von ca. 28 kg P2O5, 55 kg K2O, 17 kg MgO und 70—75 kg N betrachtet. Eine gelungene, optimal wirksame Inokulierung stellt über die Bindung von Luftstickstoff in Kombination mit dem Stickstoff aus der Bodenmineralisierung die N-Versorgung der Sojabohne für Höchsterträge sicher was gerade bei den gestiegenen Preisen für mineralische N-Dünger immens wichtig ist.

Sortenwahl und Saatstärke

Aus pflanzenbaulicher Sicht sind Temperatur und Niederschlagsmenge die maßgeblichsten Faktoren der Ertragsbildung. Wählen Sie immer eine Ihrer Region angepasste Reifegruppe, auch sehr warme Jahre und die damit einhergehende frühe Abreife sollten nicht dazu verleiten, allzu späte Sorten auszuwählen. Ausreichende Wärmesummen sind Grundvoraussetzung für hohe Erträge, eine rechtzeitige Abreife der Bestände und für gute Erntegutqualitäten wie das Jahr 2025 mit ungewöhnlichen Frühfrösten Anfang Oktober aufgezeigt hat. Ertagsstarke Neuzüchtungen im 000 Bereich mit ARIETTA (sehr frühe 000) oder AZOLIA (einzige Sorte mit Standfestigkeitsnote 1) neben der bewährten 000 Sorte ADELFIA und im 00 Bereich mit ALGEBRA und der bewährten ALTONA ergänzt um die 0 Sorten ARTESIA und KRISTIAN für Gunstlagen liefern in allen Klimaregionen standortangepasste Höchsterträge!

Nutzen Sie den Zuchtfortschritt im frühen und mittelfrühen Reifebereich. Um das Ertragspotenzial der Sorten (je nach Reifegruppe, Standfestigkeit und Aussaattechnik) optimal auszunutzen, sollten die früheren Sorten der Reifegruppe 000 mit Saatstärken von 60 – 70 Körnern/m², die Sorten der mittleren Reifegruppe 00 mit ca. 60 Körnern/m² und die Sorten der späten Reifegruppe 0 mit 50 – 60 Körner /m² ausgesät werden. Entsprechende Zuschläge zur Saatstärke bei geplanten mechanischen Pflanzenschutzmaßnahmen wie striegeln oder hacken sind betriebsindividuell durchzuführen.

Einzelkorn- oder Drillsaat?

Grundsätzlich können sowohl mit der Drillsaat als auch mit der Einzelkornsaat hohe und sichere Erträge bei der Sojabohne erzielt werden, die Vor- und Nachteile der jeweiligen Technik kommen eher je nach betrieblichen Voraussetzungen, Boden und Witterung zu tragen.

Vorteile der Drillsaat
  • die Anbautechnik von Getreide kann verwendet werden – Kostenreduktion, hohe Flächenleistung, keine zusätzliche Investition
  • schnellere Bodenbedeckung – weniger Erosion
  • dadurch weniger Austrocknung zwischen den Reihen
  • weniger Probleme mit Unkraut durch schnelleren Bestandesschluss
  • bessere Verteilung der Pflanzen auf der Fläche – bei 13 cm Reihenweite und 60 K/m² ist der theoretische Abstand in der Reihe bei exakter Ablage 13 cm = Quadratverband
  • optimale Ausnutzung von Licht, Wasser und Nährstoffen
Nachteile der Drillsaat
  • die Verteilung der Körner innerhalb der Reihe ist nicht immer optimal, Haufenbildung gerade bei pneumatischen Sämaschinen
  • bei trockener Witterung zur Aussaat ist die Rückverfestigung der Saatreihe nicht so optimal wie bei der Einzelkornsaat
  • die Tiefenführung der Schare und damit Kornablage ist zumeist ungleichmäßiger und damit auch der Aufgang
  • keine Möglichkeiten zu hacken – mechanische Unkrautbekämpfung nur durch Striegeln möglich
Vorteile der Einzelkornsaat
  • exakte Ablagetiefe und Ablageabstände innerhalb der Reihe
  • bessere Durchlüftung des Bestandes – rascheres Abtrocknen, weniger Krankheiten
  • eventuell leichte Reduktion der Saatstärke (5 – 10 %) durch bessere Verzweigung möglich (nur bei verzweigenden Sorten)
  • besserer Feldaufgang besonders unter nicht optimalen Bedingungen (Trockenheit, Verschlämmung…)
  • bessere Eignung für Minimalbodenbearbeitung durch Schneidscheiben und Sternradräumer für Ernterückstände
  • platzierte Düngung mit Phosphor Dünger möglich
Nachteile der Einzelkornsaat
  • späterer Reihenschluss mit weniger Beschattung zwischen den Reihen – Unkrautproblem (Spätverunkrautung eventuell stärker);
  • späterer Reihenschluss – mehr Erosionsprobleme
  • Austrocknung zwischen den Reihen – eventuell gerade dann, wenn in der Phase der Kornfüllung Wasser knapp ist
  • enger Abstand in der Reihe von Korn zu Korn, z.B. bei 45 cm Reihenweite und 60 K/m² ein Abstand von 3,7 cm in der Reihe
  • eventuell Reduzierung des Inokulats bei pneumatischen Einzelkornsägeräten und Trockeninokulierung

Unkrautregulierung

Aufgrund der mäßigen Konkurrenzkraft gegen Unkräuter und der damit einhergehenden Ertragsverluste durch Verunkrautung bzw. dem Vorhandensein von Unkräutern die die Ernte unmöglich machen (wie z.B. schwarzer Nachtschatten) ist eine erfolgreiche mechanische oder chemische Unkrautregulierung für einen ertragreichen Sojabohnenanbau unabdingbar um Höchsterträge und -erlöse zu erzielen. Es steht nur eine eingeschränkte Anzahl an Herbiziden zur Verfügung. Die Rahmenbedingungen wie Unkrautdruck, Wetter, Entwicklungsstadium… haben einen wesentlichen Einfluss und in den meisten Fällen wird eine einmalige Behandlung nicht ausreichen.

In vielen Regionen ist die Vorlage gut wirksamer Herbizide im Vorauflauf gefolgt von einer eventuellen Korrektur im Nachauflauf Standard. Bei passenden Verhältnissen (ausreichende Bodenfeuchtigkeit, keine Vorhersage von großen Niederschlagsmengen…) sollten unbedingt die Möglichkeiten im Vorauflauf genutzt werden – auf eine ausreichende Bodenbedeckung der Samen von 3-4 cm ist unbedingt zu achten. Gerade in Regionen mit Problemunkräutern (Ambrosie, weißer Gänsefuß, Amaranth…) wird eine Kombination von Vorauflauf- mit Nachauflaufmaßnahmen zielführend sein.

Bei der Behandlung im Nachauflauf dürfen die Unkräuter keinesfalls zu groß sein. Aufgrund der Resistenzentwicklung bei einigen Unkräutern in den letzten Jahren empfiehlt es sich, den Anwendungsempfehlungen der Offizialberatung und der Pflanzenschutzmittelfirmen aufmerksam zu folgen.

Gleichzeitig gilt es auch mechanische Maßnahmen in konventionelle Strategien einzubinden, um eine sichere Kontrolle schwer bekämpfbarer Unkräuter zu ermöglichen und die Entwicklung von Resistenzen hintanzuhalten. Zusätzlich zur Unkrautregulierung führt das Brechen von Krusten zu einer intensiveren Bodendurchlüftung und damit einer besseren Wirkung der Beimpfung.

Fazit

Die Wahl der besten Sorte in Verbindung mit den unterschiedlichen Maßnahmen wird durch Sie als Betriebsleiter je nach Standort, Bodenart, Frühjahrswitterung, Unkraut- und Kostensituation erfolgen und in Kombination mit einer möglichst verlustfreien Ernte zu stabilen Erträgen und einer weiteren Attraktivierung des Sojaanbaus führen.

Viel Erfolg beim Sojaanbau 2026!

Albert MÜLLNER
Beratung Pflanzenbau
SAATBAU LINZ

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