Silomaisertrag braucht auch entsprechende Qualität

veröffentlicht am 10.12.2019

In Österreich werden ca. 85.000 ha Silomais angebaut. Die Leistung, die aus einem Hektar Mais erzielt werden kann, hängt nicht nur von der Menge an Mais ab, die hohen Erträge müssen auch in Leistung umgesetzt werden. Hierbei ist es absolut notwendig, dass die Pflanze gut verdaulich ist. Dazu sollte sie bis zur Ernte noch assimilieren und Nährstoffe einlagern. 

Stay-green, Pflanzengesundheit und Erntefenster
In den vergangenen Jahren wurden bei der Selektion auf Abreife enorme Fortschritte gemacht.
In den 90ern tauchten die ersten Sorten auf, deren Pflanzen beim Erreichen der physiologischen Reife noch teilweise grüne Blätter hatten. Während früher die Kornabtrocknung oft durch das Abreifen/ Absterben der Pflanzen erreicht wurde, kamen immer mehr Sorten auf den Markt, die immer länger bei der Abreife grün blieben, obwohl das Korn weiter abtrocknete.
Vorteile, die mit Stay-green einhergehen, sind Pflanzengesundheit und ein längeres Erntefenster. Gutes Stay-green bedeutet in der Praxis lang anhaltende Vitalität sowie eine hohe Widerstandskraft gegenüber Stängelfäuleerregern.
 
Welche Vorteile hat eine aktiv  assimilierende Pflanze bei der Silierung?
• volle Stärkeeinlagerung im Korn bis zur physiologischen Reife
• d.h. die Stärkeeinlagerung ist vollständig abgeschlossen, es wird nur mehr Wasser abgegeben
• weniger Krankheiten und Mikroorganismen, die sich auf abgestorbener Pflanzenmasse entwickeln
• leichtere Silierbarkeit der Pflanze und bessere Verdichtung
• die weitere Assimilationsleistung der Pflanze wird in Form von Zucker in den grünen Pflanzenteilen zwischengespeichert, was die Silierung erleichtert
 
Die Züchtung brachte in den größten Körnermaisländern eine enorme Steigerung der Erträge bei immer besserer Kornabtrocknung. Die primären Selektionsziele – Ertrag und Standfestigkeit – führten aber auch 
dazu, dass man die Verdaulichkeit aus den Augen verlor. Die Selektion auf Standfestigkeit hat dazu geführt, dass in der dominierenden Körnermaiszüchtung bei sehr vielen Sorten die gesteigerte Standfestigkeit mit einem erhöhten Ligninanteil bei zunehmender Abreife einherging. 
 
Es lohnt sich, genauer hinzusehen, wie verdaulich das Grundfuttermittel wirklich ist
Entscheidend sind der Pflanzentyp bzw. der genetische Hintergrund der Sorte. In den zahlreichen Untersuchungen der Silomaisproben konnten in den Pflanzen deutliche Unterschiede im Faseranteil und der Faserverdaulichkeit festgestellt werden – ebenso im Ligninanteil. Bei der Fokussierung der Züchtung auf Körnermais/Ertrag ist nur bei wenigen Sorten eine Verbesserung in diesen Merkmalen festzustellen Aus der Zuchtstation Schönering ist in den vergangenen Jahren eine Vielzahl an Sorten hervorgegangen, die neben der Ertragsleistung durch gute Jugendentwicklung, Pflanzengesundheit und ausgezeichnete Verdaulichkeit auffallen – und das in der amtlichen Wertprüfung mehrerer europäischer Länder. 
Die Verdaulichkeit der Faser ist ein entscheidender Schlüssel für Leistung – pansenverdauliche (unverholzte) Zellwände sichern nicht nur die Nutzbarkeit der eingelagerten Nährstoffe, sondern verkürzen auch die Verweildauer im Pansen und erhöhen somit die Futteraufnahme.

Silomaisprüfung der SAATBAU LINZ
In den Silomais-Praxisversuchen der  saatbau linz wurde neben Ertrag und Stärke über all die Jahre besonderer Wert auf die Verdaulichkeit und den Faseranteil gelegt. 
Der neue Silomaisstar FILMENO ist ein weiterer Meilenstein dieser Entwicklung. Zur Optimierung der Futteraufnahme und Kombination mit hochwertigem Gras sind wir einen Schritt weiter gegangen: wir untersuchen die NDF-Verdaulichkeit seit mehreren Jahren in 24 und nicht nur wie 
üblich in 48 Stunden – hier werden die Unterschiede noch deutlicher (Abb. 1).
Nach 48 Stunden (orange Linie) ist die Verdaulichkeit logischerweise deutlich höher. In der Analyse des 24 Stunden-Wertes (grüne Linie) streuen die Sorten deutlich mehr als im 48 Stunden Verdaulichkeitswert. Wichtig ist es zu wissen, was eine Sorte leisten kann, wie sie auf verschiedenen Standorten reagiert und wie sie sich über die Wachstumsperiode verhält – also den sortenspezifischen Erntezeitpunkt zu kennen. Der optimale Erntezeitpunkt von FILMENO ist bei einem TS-Gehalt von 34-37 % (vgl. Fachartikel "Masse mit Klasse"). Die enormen Masseerträge von FILMENO werden so optimal verdaut und in entsprechende Leistungen im Stall umgesetzt. 
Abb. 1: FILMENO in der 24- und 48 h-Analyse.
Quelle: SAATBAU LINZ Streifenversuche in Österreich, 2012–2018; 1.215 Futterwertanalysen, Eurofins
 

Den neuen Ertragsrekord lieferte FILMENO in der EU-Sortenprüfung des Bundessortenamtes in Grucking (Bayern) mit 86,6 t Grünmasse bzw. 27,5 t Trockenmasse pro Hektar.
Wir haben uns damit auseinandergesetzt und genau hingesehen was unsere Genetik kann. 
Das Ergebnis halten Sie in Händen und wird seit Jahren von vielen Landwirten geschätzt – eine Verpflichtung für uns weiter an der Verbesserung zu arbeiten.
 

Christian DORNINGER
Produktmanagement Mais
 
Tel: 0732/389 00-1243