04.12.2025
Next Generation Corn – mehr als nur später
Next Generation Corn steht für moderne Maissorten, die durch innovative Züchtung höchste Erträge, verbesserte Resistenzen und selektierte Genetik an die ändernden Umweltbedingungen bieten.
Die SAATBAU Linz begegnet den steigenden Temperaturen und veränderten Niederschlagsmustern mit einer neuen Generation von Körnermaishybriden, die das Sortiment gezielt über alle Reifegruppen hinweg ergänzen.
Die vergangenen Jahre haben uns sehr deutlich vor Augen geführt, dass steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster auch in unseren Breiten angekommen sind. Diese Entwicklung führt zu einer anhaltenden Veränderung im Anbauverhalten bei den Landwirten. Der rückläufige Trend beim Sommergetreide hält weiterhin an. Beim Mais ist ein ungebrochener Trend zu höheren Reifezahlen festzustellen. Sieht man sich die Veränderung aber im Detail an, so sind die Auswirkungen großteils woanders festzustellen, als man zunächst vermutet. Zwar denkt man im ersten Moment an die heißen Sommer – die Steigerungen im Hochsommer sind jedoch in den meisten Ackerbaugebieten kaum von Vorteil, da das Niveau ohnehin bereits sehr hoch ist.
Zwei bis drei Grad mehr führen nur in seltenen Fällen zu einem direkten Nutzen. Nur in Rand- und Übergangslagen tragen die zusätzlichen Temperaturen im Sommer tatsächlich zur Erhöhung der Reifezahlen bei. Der überwiegende Teil der wirklich nutzbaren Erwärmung liegt am Ende der Wachstumsperiode. Speziell die Monate September und Oktober tragen mit den spürbar erhöhten Temperaturen zur Verlängerung der Vegetations-zeit und der deutlich besseren Abtrocknung bei. In diesen erhöhten Temperaturen der Abreife-Monate September und Oktober (siehe Abbildung) liegt ein enormes Potenzial. Ein Vorteil ist die Verlängerung der Vegetationszeit, um bei späteren Sorten einerseits die spätere Blüte auszugleichen und andererseits durch eine verlängerte Kornfüllungsphase das Ertragspotenzial zu nutzen. Ein weiterer Vorteil ist die rasche und vor allem tiefere Kornabtrocknung. In der aktuellen Situation ist das oft wertvoller als ein möglicher Ertragszuwachs.
Oberösterreich dient hier als Beispiel, ohne die feuchtwarmen oder heißtrockenen Regionen Österreichs zu berücksichtigen. Vergleicht man die für Mais nutzbaren Wärmesummen mit dem 6 °C Modell, so wären z. B. im Jahr 2024 sogar um rund 100 FAO Einheiten spätere Sorten gegenüber dem 30-jährigen Mittel (1990–2020) möglich gewesen. Gleichzeitig wurden in der Praxis so niedrige Erntefeuchten wie nie zuvor gemessen.
Relativ gering hingegen sind die Veränderungen im Frühjahr: Einerseits kommen in Summe im April kaum große Fortschritte heraus, auch wenn zu Beginn die Optik oft täuscht. Andererseits schwanken gerade die Frühjahrstemperaturen tendenziell sogar mehr. Zwar ist aufgrund milderer Winter und geringerer Niederschläge die Saat früher möglich, aber wirklich weitreichende Unterschiede sind im Frühjahr selten herauszuholen.

Wie reagiert die SAATBAU LINZ auf die veränderten Umstände?
Natürlich ist ein einzelnes Jahr wie 2024 kein Maßstab, aber ein mehrjähriger Schnitt zeigt: Der zweiten Vegetationshälfte kommt die überwiegende Bedeutung zu. Das erklärt auch den Trend zur Zahnmaisgenetik, die nun auch in kühleren Gebieten Einzug hält. Die zunehmend wärmere Abreifephase bringt mit fortlaufender Dauer eine schnellere und tiefere Kornabtrocknung. Doch diese Entwicklung birgt auch Risiken: Mit fortlaufender Dauer nähern sich die Feuchtigkeitsgehalte verschiedener Sorten an und die Grenzen der Reifegruppen verschwimmen. In mittelwarmen Regionen scheint auch die späte Reifegruppe ihren Schrecken verloren zu haben. Nur weil am Ende einer Saison manche Sorten ähnliche Erntefeuchten aufweisen, sind die Reifezahlen nicht obsolet.
Der Ansatz der SAATBAU LINZ ist es, Dent-Genetik zu selektieren und zur Verfügung zu stellen, die durch ihre Eigenschaften tatsächlich früher und gesichert abreift. Späte Genetik, die in warmen Jahren zwar am Ende rasch abreift, aber nicht wirklich früher beginnt, stellt gerade in ungünstigen Jahren ein unnötiges Risiko dar. Es geht also nicht um spätere und schnellere Abreife, sondern um kontinuierliche und zeitigere Abreife.
SAATBAU Mais-Sortenhighlights nach Reifegruppen:
FAO 260–300
In der mittelfrühen Reifegruppe (FAO 260–300) überzeugt AMIGO durch früh beginnende und gleichmäßige Abreife sowie durch hohe Standfestigkeit – optimal für Übergangslagen und Betriebe, die das Potenzial von Dent-Hybriden nutzen möchten, ohne die FAO 300 zu überschreiten.
Praxisspitzenerträge 2025 zu AMIGO
| Versuchsträger | PLZ | Trockenmais kg/ha (%) | Kornfeuchte (%) | ||
| EPPENSTEINER Martin | 3261 | 17.176 (102) | 23,0 | ||
| LANDERL Andreas | 4540 | 16.309 (105) | 23,7 | ||
| STEMPFER Anton | 5134 | 15.832 (103) | 25,6 | ||
| LK OÖ, Katzenberg | 4943 | 15.616 (101) | 26,2 | ||
| LK OÖ, Mauthausen (2. Platz) | 4310 | 15.266 (105) | 26,4 | ||
| LK NÖ, Krottendorf | 3350 | 14.796 (100) | 34,1 | ||
| LK OÖ, Bad Wimsbach | 4654 | 14.718 (101) | 29,9 | ||
FAO 300-350
In der mittelspäten Gruppe (FAO 300–350) stellt AUGUSTO® einen kompakten, robusten Universaltyp dar, der mit exzellenter Pflanzengesundheit und stabiler Standfestigkeit überzeugt und in Feucht- wie Veredlungsgebieten gleichermaßen eingesetzt werden kann. Das Jahr 2025 hat gezeigt dass mit dieser Genetik (AUGUSTO®) kontinuierlich 500-600 kg/ha mehr zu erreichen ist.

Kornertragsgrafik zu AUGUSTO®
FAO 360-400
Für die späte Gruppe (FAO 360–400) bringt ALOISIO® eine ausgewogene Kombination aus Ertrag und gleichmäßiger Reife, geeignet für sowohl trockene als auch feuchte Standorte.

Kornertragsgrafik zu ALOISIO®
FAO >400
In der sehr späten Reifegruppe (FAO >400) setzt ASTRONAUTO® neue Maßstäbe in Ertrag und ermöglicht die Erschließung höherer Reifezahlen bei zuverlässiger Abreife. 3x hintereinander ertragsstärkste Sorte Österreichs und das in vollkommen unterschiedlichen Jahren steht für diese neue Genetik.

Kornertragsgrafik zu ASTRONAUTO®
Die neue Generation von Zahnmaishybriden deckt Reifezahlen von FAO 260 bis 450 ab und bietet für jede Region die passende Lösung. Die Devise lautet: Reifezahl erhöhen, Erntefeuchte senken – maximale Wirtschaftlichkeit bei größtmöglicher Sicherheit.

Christian Dorninger
Produktmanagement Mais
+43 732 389 00-1243
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