24.02.2026

Soja – Saatstärke und Inokulationsmethode

Wie Saatstärke und Inokulationsmethode Bestandesdichte, Ertrag und Qualität von Sojabohnen beeinflussen – Ergebnisse aus Parzellenversuchen.

Welche Effekte die Saatstärke auf die Ertragsstruktur (u. a. Hülsenanzahl, Pflanzenlänge) sowie auf Qualitätsparameter wie Protein- und Ölgehalt hat und welche Faktoren den Sojabohnenertrag überwiegend bestimmen, ist für Landwirtschaft und Saatguterzeugung gleichermaßen relevant. Ebenso stellt sich die Frage, wie unterschiedliche Inokulationsmethoden die Bestandesentwicklung, den Ertrag, die Ertragsstruktur und die Qualität beeinflussen. Vor diesem Hintergrund wurden 2024 umfangreiche Parzellenversuche in Bad Wimsbach-Neydharting (Bezirk Wels-Land) angelegt.

Varianten und Versuchsaufbau

Der Saatstärkenversuch umfasste 30–80 Körner/m² (30, 40, 50, 60, 70, 80) auf zwei Schlägen mit inhomogenen Standorteigenschaften und unterscheidlichem Ertragspotenzial. Im Inokulationsversuch wurden TURBOSOY® Injected, TURBOSOY® (flüssige Zusatzimpfung unmittelbar vor der Aussaat), TURBOSOY® Booster Granulat (zur Aussaat) und eine unbehandelte Kontrolle verglichen. Der Versuch lag auf einer Fläche ohne bisherigen Sojaanbau. Beide Versuche wurden als randomisierte Parzellenversuche mit vier Wiederholungen durchgeführt, in allen Varianten mit der Sorte Adelfia.

Standort beeinflusst Feldaufgang

Die Ergebnisse zeigen einen ausgeprägten Standorteinfluss auf den Feldaufgang: Am besseren Schlag war der Aufgang gleichmäßig über 80 % (siehe Abbildung 1). Am schwächeren Schlag hingegen fiel der Feldaufgang deutlich ab (teilweise unter 50 %). Dadurch entstanden lückige und ungleichmäßige Bestände mit erhöhtem Verunkrautungsrisiko. Verstärkt wurde dieser Effekt durch die Saattechnik der Parzellensämaschine, die keine optimale Sojaaussaat durchführen ließ. Eine Einzelkornsämaschine könnte diese Ungleichmäßigkeiten reduzieren, stand für die Aussaat der Versuchsparzellen jedoch nicht zur Verfügung.

 

Bestandesdichte bestimmt Ertrag

Die Literatur beschreibt die Ertragsstruktur von Soja als Zusammenspiel mehrerer Komponenten (u. a. Bestandesdichte, Hülsenanzahl je Pflanze, Kornanzahl je Hülse); die zentrale Rolle der Bestandesdichte ist dabei gut belegt und wurde im Versuch bestätigt. Der Sojabohnenertrag zeigte eine starke Abhängigkeit von der Bestandesdichte (siehe Abbildung 1).

Gleichzeitig ist in Abbildung 2 ein insgesamt hohes Ertragsniveau erkennbar; hochgerechnete Hektarerträge aus Parzellenversuchen sind jedoch nicht direkt mit Praxiserträgen vergleichbar, weshalb als Richtwert ein Abzug von 20 % vom Versuchsertrag empfohlen wird. Mit steigender Saatstärke – und damit höherer Bestandesdichte – veränderten sich neben dem Ertragsniveau (kg/ha) auch Pflanzenlänge, Ansatzhöhe der ersten Hülsenetage und die Hülsenanzahl je Pflanze. In den Varianten mit 60, 70 und 80 Körner/m² bildeten sich dichtere Bestände mit längeren Pflanzen. Dabei zeigte sich sowohl eine positive Korrelation zwischen Saatstärke und Pflanzenlänge als auch zwischen Saatstärke und Hülsenansatzhöhe, sodass die erste Hülsenetage bei längeren Pflanzen höher angesetzt war.

Zudem nahm mit steigender Saatstärke die Hülsenanzahl pro Pflanze ab; umgekehrt führten geringere Saatstärken zu mehr Hülsen je Einzelpflanze. Für die Praxis ergibt sich daraus ein gewisses Potenzial niedrige Bestandesdichten über eine höhere Hülsenanzahl pro Pflanze zu kompensieren. Ein zu geringer Pflanzenbestand kann jedoch nicht vollständig ausgeglichen werden.

 

Abbildung 1

Abbildung 2: Zusammenhang zwischen Bestandesdichte [IST Pflanzenanzahl/m²] und Ertrag. Hochgerechneter Parzellenertrag [kg/ha] (bei 87 % Trockensubstanz). Kleines bzw. großes Feld als gewählte Bezeichnung für die Versuchsflächen. „Kleines Feld“: ertragsschwächerer Standort, „großes Feld“: ertragsstarker Standort

Standort beeinflusst Inhaltsstoffe

Die bei der Ernte entnommenen Proben wurden auf Feuchtigkeit, Proteingehalt, Ölgehalt und Tausendkorngewicht (TKG) untersucht. Weder Saatstärke noch Inokulationsmethode bewirkten signifikante Veränderungen von Öl- oder Proteingehalt. Deutlich war hingegen der Standorteffekt: Am ertragsstärkeren Feld lag der Proteingehalt signifikant höher als am schwächeren Feld; derselbe Zusammenhang zeigte sich beim TKG.

TURBOSOY® Injected kann zusätzliche Inokulation ersetzen

Beim Feldaufgang traten zwischen den Inokulationsvarianten keine signifikanten Unterschiede auf; die unbehandelte Kontrolle zeigte jedoch stärkere Schwankungen. Den höchsten Feldaufgang erreichte TURBOSOY® Injected mit rund 82 %. Der relative Ertrag ist in Abbildung 3 dargestellt: Sämtliche Inokulationsvarianten erzielten gegenüber der unbehandelten Kontrolle einen signifikanten Mehrertrag. Zwischen TURBOSOY® flüssig, TURBOSOY® Granulat und TURBOSOY® Injected zeigten sich keine signifikanten Ertragsunterschiede, sodass TURBOSOY® Injected als gleichwertige Alternative gilt und eine zusätzliche Inokulation zur Aussaat ersetzen kann. Gleichzeitig ermöglicht die Integration der Rhizobien ins Korn ein Ready-to-Use Saatgut, das vor dem Anbau nicht nachbeimpft werden muss. Außerdem sind die Rhizobien im Korn langlebig, auch nach 24 Wochen zeigen Versuche eine gleichbleibende Knöllchenanzahl auf den Sojapflanzen. Die Ertragsstruktur wurde durch die Inokulationsmethode kaum beeinflusst: Hülsenanzahl und Hülsenansatzhöhe unterschieden sich nicht zwischen den Varianten; Unterschiede zeigten sich lediglich in der Pflanzenlänge, wobei TURBOSOY® flüssig und TURBOSOY® Booster Granulat im Mittel etwa 10 cm längere Pflanzen als die unbehandelte Kontrolle erzeugten.

Abbildung 3: Relativer Ertrag Inokulationsversuch. Unbehandelt (Kontrolle) = 100 %. Berechnungen durchgeführt mit hochgerechnetem Parzellenertrag (87 % Trockensubstanz). TI als Abkürzung für TURBOSOY® Injected.

Auf einen Blick

  • Bestandesdichte bei Soja entscheidend (Optimum bei ca. 60 Pflanzen/m²)
  • Optimale Saatstärke stark vom Standort abhängig
  • TURBOSOY® Injected als praxistaugliche Alternative zur bisher üblichen Impfung mit TURBOSOY® flüssig.

TURBOSOY® Injected zeigt Vorteile

  • Gesteigerte Wirksamkeit der Bakterien.
  • Spart Zeit und Mühe.
  • Keine Nachbehandlung nötig.
  • Bis zu 24 Wochen lagerfähig.
  • Fertig zur Aussaat.
  • Jetzt auch für Bio zugelassen.

Fazit

Die Ergebnisse unterstreichen den maßgeblichen Einfluss des Standorts auf Ertrags- und Qualitätsparameter von Sojabohnen. Für die Praxis ist eine Bestandesdichte von rund 60 Pflanzen/m² anzustreben, um Erträge zu optimieren und Unkraut ausreichend zu unterdrücken. TURBOSOY® Injected steht als gleichwertige Inokulationsalternative zur Verfügung.

Laurenz Angerbauer, BSc
Absolvent FH OÖ, Agrartechnologie und -management

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