03.06.2026
Etablierung einer robusten Untersaat zur Beikrautregulierung
Die zunehmenden Einschränkungen beim Pflanzenschutz erfordern nachhaltige Lösungen zur Beikrautregulierung. Neben klassischen chemischen Methoden gewinnen alternative Verfahren an Bedeutung. Im Rahmen eines Versuchs der Innovation Farm Mold wurden zusammen mit der Firma Amazone und SAATBAU LINZ verschiedene Strategien zur Beikrautregulierung im Mais untersucht, wobei Untersaaten eine zentrale Rolle spielten.
Die zunehmenden Einschränkungen beim Pflanzenschutz erfordern nachhaltige Lösungen zur Beikrautregulierung. Neben klassischen chemischen Methoden gewinnen alternative Verfahren an Bedeutung.
Versuchsaufbau und Zielsetzung
Ziel des Versuchs war es, die Effekte unterschiedlicher Verfahren zu vergleichen – siehe Tabelle 1. Eine zentrale Herausforderung war die Etablierung einer robusten Untersaat, um Erosion und Spätverunkrautung zu kontrollieren. In den konventionellen Varianten wurden Herbizide und Untersaaten kombiniert, dabei wurde die Untersaat UNDERCOVER getestet. Die Versuchsvarianten wurden hinsichtlich ihrer Effizienz und Umweltverträglichkeit bewertet. Mithilfe von Wetterstationen und Bodensensoren konnten präzise Daten zu Bodenbedeckung, Oberflächentemperatur und Wasserhaltevermögen gesammelt werden. Die mechanische Beikrautregulierung zeigte schnell Wirkung zwischen den Reihen, jedoch blieb innerhalb der Reihen eine höhere Restverunkrautung bestehen. Die konventionelle Variante mit Herbiziden erzielte die geringste Verunkrautung. Wird auf die Bodenwirkung verzichtet, um eine Untersaat zu etablieren, kann durch einen abschließenden Hackdurchgang die Verunkrautung reduziert und die Untersaat erfolgreich angelegt werden.
| Strategie | Überfahrten | 1. Überfahrt | 2. Überfahrt | 3. Überfahrt | AKh je ha | Kosten je ha |
| Bio | 3 | Bio | Bio | Bio | 2,10 | 387 € |
| Bio + Untersaat | 3 | Bio | Bio | Bio + Untersaat | 2,10 | 415 € |
| Konventionell | 1 | flächige Applikation | – | – | 0,35 | 143 € |
| Konventionell + Untersaat | 2 | flächige Applikation | – | Bio + Untersaat | 1,05 | 256 € |
Tabelle 1: Übersicht Versuchsvarianten 2024
Aussaat und Bewuchs
Die Aussaat der Untersaat erfolgte bei allen Varianten während der letzten Überfahrt am 31. Mai 2024 mittels Feinsamenstreuer und anschließendem flachen Striegeleinsatz, gefolgt von einem Niederschlag, der einen guten Feldaufgang begünstigte. Besonders in den biologischen Varianten konnte bereits nach 21 Tagen eine deutliche Steigerung der Bodenfeuchtigkeit festgestellt werden.
Wirtschaftlichkeitsbewertung
Die Verfahrenskosten und der Arbeitsaufwand pro Hektar sind entscheidende Faktoren für die Integration neuer Technologien. Die konventionelle Variante mit Hackdurchgang erzielte einen Mehrertrag, der die Mehrkosten nahezu ausglich. Zusätzlich führte die Förderung durch die Untersaat (70 bis 80 €/ha) zu einem wirtschaftlichen Mehrwert für den Betrieb.

Saatzeitpunkte Untersaat im Mais, Quelle: www.praxisnah.de/index.cfm/article/9288.html
Fazit
Der Fokus des Versuchs lag auf der Etablierung der Untersaat und der Reduktion des Herbizideinsatzes. Die Untersaat senkte die Bodentemperatur und hemmte die Evaporation, was zu einer besseren Wassereffizienz auf trockenen Standorten führt. Zudem zeigte sich eine Verbesserung im Resistenzmanagements und der Bodendurchlüftung. Die konventionelle Anbauweise erzielte höhere Erträge im Vergleich zur rein biologischen Variante. Der Arbeitszeitaufwand und die Maschinenkosten pro Hektar sind jedoch für größere Betriebe eine Herausforderung. Dennoch zeigte die Untersaat langfristig positive Effekte auf die Bodenstruktur und den Bodenschutz

Raimund BRANDSTETTER
Produktmanagement Zwischenfrucht
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