12.10.2026
Früh gesätes Wintergetreide – Insektizidschutz im Blick behalten
Worauf beim Insektizidschutz zu achten ist.
Frühe Saaten erhöhen das Risiko einer Virusübertragung. Das heurige Ausfallgetreide-Monitoring zeigt in Oberösterreich eine hohe Belastung mit dem Gerstengelbverzwergungsvirus (BYDV): Rund 40–50 % der Pflanzen waren infiziert. Übertragen wird das Virus durch Blattläuse. Bei früh gesätem Getreide besteht zudem das Risiko einer Übertragung des Weizenverzwergungsvirus (WDV) durch Zikaden. WDV tritt besonders auf Weizensaaten im September auf.
Schädlinge erkennen und Verhalten nutzen
- Blattläuse (BYDV): Sitzen auf den jungen, teils noch eingerollten Blättern oder am Wurzelhals (geflügelte Muttertiere und junge Läuse). Sie fliegen bei der Kontrolle nicht weg.
- Zikaden (WDV): Fliegen ruckartig auf, sobald Sie das Feld betreten.
- Witterung: Beide Schädlinge werden bei warmen Bedingungen aktiv. Kritisch sind Tagestemperaturen über 11 bis 15 °C und Nachttemperaturen über 3 °C.
Empfehlung
- Nicht zu früh spritzen: Sobald die Gerste 2 voll entwickelte Blätter besitzt, wird sie für die Schädlinge attraktiv. Behandeln Sie keinesfalls früher! Bei einer zu frühen Spritzung fehlen noch Blätter, die dann komplett ohne Insektizidschutz nachwachsen würden.
- Herbizidtermin bei Bedarf trennen: Der Herbizidtermin gegen Ackerfuchsschwanz und Weidelgras liegt für eine optimale Wirkungssicherheit oft früher als der richtige Insektizidtermin. Fahren Sie die Maßnahmen im Regelfall getrennt.
- Wirkstoffwechsel beachten: Nutzen Sie synthetische Pyrethroide für den schnellen Knock-down-Effekt oder systemische Wirkstoffe, die auch den Neuzuwachs über den Saftstrom schützen.
- Schadschwelle: Ab dem 2-Blatt-Stadium bei milder Witterung kontrollieren und bei Erreichen der Schadschwelle (ca. 10 % befallene Pflanzen) umgehend reagieren.
- Sorten: Die Wintergerste FASCINATION ist resistent gegen Gerstengelbverzwergungsvirus (BYDV)

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