Sommerzwischenfrüchte – eine alternative Futtergrundlage

veröffentlicht am 03.06.2019

2018 gab es vielerorts Futterknappheit aufgrund der sehr trockenen Witterung. Mit Sommerzwischenfrüchten zur Futternutzung können zwei Ziele gleichzeitig erreicht werden.

1. Viele Betriebe haben sich mit den ÖPUL-Maßnahmen Begrünung von Ackerflächen oder System Immergrün verpflichtet, Sommerzwischenfrüchte zu säen. Die Vorteile sind allgemein bekannt. Ist der Boden nicht bedeckt, sorgt er selbst für eine Begrünung. Mit der Aussaat der Sommerzwischenfrucht kann diese vom Landwirt vorteilhaft gestaltet werden. Nur bewachsener Boden ist lebendig und kann mit Trockenheit und Starkniederschlägen gut umgehen.

2. Bei guter Planung kann ein Futterertrag erwirtschaftet und der Wirtschaftsdünger effizient genutzt werden.

 

Die Wahl der Kulturen und deren Ansprüche

Kombinationen aus Gräsern und Leguminosen sind vorteilhaft. Es ist besonders darauf zu achten, dass Kulturarten, die in die Zwischenfrucht gestellt werden, nicht als Hauptkultur verwendet werden.

Gräser haben einen höheren Wasser- und Nährstoffbedarf mit der Ausnahme von Mais und Hirse. Bis zu einem gewissen Ausmaß ist auch Hafer zu verwenden, doch ist hier zu beachten, dass ein Befall mit Haferkronenrost möglich ist.

Möchte man das Gemenge silieren, sind für eine bessere Sillierbarkeit Gräser notwendig, dabei bieten Einjährige Weidelgräser und Raygräser eine Möglichkeit. Zu berücksichtigen ist, dass diese Gräser ein gewisses Bodenbearbeitungsmanagement benötigen, um kein Unkraut zu werden. Bei der Einarbeitung nur Grubber zu verwenden, wird nicht ausreichen.

Bei einjährigen Leguminosen unterscheiden wir großkörnige (Futtererbse, Sommerwicke, etc.) und kleinkörnige (Alexandrinerklee, Perserklee). Großkörnige Leguminosen haben einen höheren Keimwasserbedarf und müssen deshalb tiefer gesät werden. Kleinkörnige Leguminosen haben den Vorteil, dass sie eine Schnittnutzung gut vertragen, was einen Reinigungsschnitt ermöglicht.

Kreuzblütler (v.a. Sommerfutterraps, Winterraps und Rübsen) sind durchaus interessant, da sie sehr rasch, auch unter trockenen Bedingungen keimen, jedoch ist die Silierbarkeit durch den hohen Wassergehalt eher fraglich. Bei einer zu frühen Saat, blüht der Sommerraps sehr bald.

Platterbsen sind sehr trockenheitsverträglich, eignen sich aber nicht für eine Futternutzung.

Mehrjährige Kleearten wie Rotklee, Luzerne zu säen ist nur dann sinnvoll, wenn diese auch im Folgejahr als Futter genutzt werden, da sonst die Saatgutkosten zu hoch sind.

 

Eine weitere Frage ist, ob die Nutzung der Zwischenfrucht bereits im Herbst oder im zeitigen Frühjahr erfolgt. Für eine Nutzung im Frühjahr bietet das >Landsberger Gemenge eine gute Möglichkeit, vor allem für Betriebe, die anschließend planen, Silomais zu säen. Von den am Markt erhältlichen Mischungen gibt es nur das Landsberger Gemenge in Bio-Qualität. Die Mischung ist für die ÖPUL Varianten 3, 4, 5 und 6 möglich.

Die SAATBAU LINZ bietet noch die konventionelle Mischung >LEGUMIX an, die aus Sommerwicke, Peluschke, Sojabohne und Mais besteht. Diese Mischung ist für die ÖPUL Varianten 3, 4 und 5 geeignet.

 

Anbau, Bodenbearbeitung und Düngung

Für den Anbau sind möglichst früh räumende Getreide (Wintergerste) von Vorteil, da ein Tag im Juli so viel wert ist, wie der ganze Oktober. Auch Winterweizen oder Winterdinkel sollte man in Betracht ziehen, nur besteht hier die Herausforderung, das Stroh rasch vom Acker zu bringen.

Die Frage Pflug oder Grubber ist betriebsindividuell zu sehen und abhängig von der Maschinenausstattung.

Der Anbau sollte mit einer Sämaschine erfolgen, um dem Saatkorn die besten Bedingungen für optimales Wachstum zu geben. Sollte der Grubber eingesetzt werden, ist es ratsam, die Getreidestoppel einzukürzen oder zu mulchen. Diese Maßnahme hilft, einer Verschmutzung des Futters vorzubeugen. Nach der Saat ist auch ein Anwalzen zu empfehlen, um Bodenunebenheiten und Futterverschmutzung zu verringern.

Bei sehr trockener Witterung, wenn in der Krume kein Wasser mehr ist, sollte mit der Aussaat auf einen Niederschlag gewartet werden.

 

Ernte

Eine Beweidung ist nur auf Hof nahen Flächen machbar. Sehr wasserreiche Zwischenfrüchte sollte man eher zur Grünfütterung verwenden. Eine Silierung ist nur anzuraten, wenn ein ausreichendes Anwelken gewährleistet wird.

 

Zusammenfassung

Zwischenfrüchte verwandeln Sonnenenergie und speichern diese. Nur bewachsener Boden ist belebt, aktiv und gesund. Wenn Betriebe Zwischenfrüchte als Futter nutzen können, wurde das Optimalste erreicht. Die Angst, Zwischenfrüchte rauben das Bodenwasser ist unbegründet, da unbewachsener Boden ähnlich viel Wasser verbraucht wie bedeckter Boden.

 


Andreas Sarg

Andreas SARG
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